Teil eines Werkes 
2 (1846) Die Sphäre des Archimedes
Entstehung
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gemeſſener Ordnung ihre Bahnen durchliefen. Etwas der Art hatte er nicht erwartet. Er war ein Mann von Kenntniſſen; aber er hatte nicht geahnet, daß es einem Sterblichen gelungen ſei, die ſphäriſchen Verhältniſſe ſo genau und erfolgreich zu durchdringen und in einer mechaniſchen Nachbildung ſogar die wunderbare Erſcheinung einer Mondfinſterniß in ihrer Entſtehung nachzuweiſen.

Sehr natürlich iſt das Verlangen, die im Allgemeinen bezeichnete Beſchaffenheit der beweglichen Sphäre nun auch in den einzelnen Beſtandtheilen wiederzufinden. Ein Blick darauf ruft die bereits angeführte Bemerkung hervor, daß die körperdichte Sphäre die Grundlage der beweglichen ausmache. Wie die körperdichte, ſo war auch die bewegliche ein metallener gerundeter Körper, den Cicero'h ſchlechthin aes, Lactantius') aber, der hierin, wie in andern Stücken, ausführlicher iſt, aes concavum nennt und ihm ſomit den Charakter einer Hohlkugel aufdrückt. Daß auch Cicero unter aes etwas Gleiches verſtanden habe, geht wohl deutlich genug aus dem Gegenſatze zu sphaera solida hervor. Da Claudian'*) und Marcianus Capella von Glaskugeln reden, ſo ſcheinen ſie ein anderes Kunſtwerk zu beſchreiben.

An der Sphäre waren die Planeten angebracht') nach Archimed's Syſtem'), ſo daß der Erde zunächſt der Mond, dann Merkur, Venus, die Sonne, Mars, Jupiter und Saturnus in Abſtänden folgten, wie er ſelbſt ſie berechnet hatte. Jeder Planet war in ſeine Bahn gewieſen, um ſeinen Lauf zu vollbringen; denn alle waren beweglich. Die Bahnen), durch genaue Beobachtungen des Himmels geregelt, waren verſchiedenartig, in

1) De republ. I. I. totidem conversionibus in aere illo, quot diehus ete.

2) lnit. Libr. II. 5. An Archimedes Siculus concavo aere similitudinem mundi potuit machinari. und weiter unten: Utrumne igitur Stoicus, si astrorum figuras in illo aere vidisset.

3) Vergl. Part. Il. F. 7, S.

4) Das Wort illigare(Cic. Tuscul. Disput. I. 25) kann nicht im Sinn eines gänzlichen Feſtſtellens verſtanden werden, ohne Widerſprüche zu erwecken.

5) c. Schaubach Geſch. d. gr. Aſtronomie bis Er. S. 396 ff. Ukert Geogr. d. Gr. u. R. Th. I. Abth. 1l. S. 137.

6) motus inaequabiles et varii bei Cic. im Werke vom Staate l. l.; tarditate et celeritate dissi- millimi in den Tusculanen 1, 25; inaequales et coelestibus similes bei Lactant. Il, 5; certi

bei Claudian Epigr. 1, 26.