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ausgeführt, ſo erkannte ſie doch ſchon Archimedes in ihrem Bedürfniſſe und ſchuf deshalb ein zweites vollendeteres Kunſtwerk.
§. 15. Von der beweglichen Sphäre des Archimedes.
Das Eigenthümliche und für jene Zeit wirklich Großartige der zweiten Sphäre beſtand in einer kunſtreichen Einrichtung, den Himmel in ſeinen verſchiedenen Conſtellationen und Veränderungen vor Augen zu ſtellen.— Die Sonne, der Mond und die 5 Wandel⸗ ſterne*) vollbrachten ihre regelmäßigen Bewegungen, ſo daß dieſe, ungeachtet ihrer großen Ungleichheit, die abweichenden und verſchiedenartigen Bahnen vermittelſt Einer Umdrehung im richtigen Verhältniſſe zurücklegten. Der Mond im Beſondern, in eben ſo vielen Um⸗ wälzungen an jener Kugel gedreht, in wie vielen Tagen es am Himmel ſelbſt geſchieht, folgte der Sonne nach, wodurch') wie am Himmel, ſo an der Sphäre dieſelbe Finſterniß entſtand, wenn er in den Punkt trat, welchen der Erdſchatten ausmacht, ſobald die Sonne gegenüber——
Dieſes ſind die weſentlichen Merkmale der beweglichen Sphäre. In Angabe derſelben ſtimmen die oben angeführten Quellen überein, obwohl Lactantius') und Claudian') die Zunahme und Abnahme des Mondes, die Annäherung und Abweichung der Sonne, die Berührung des Thierkreiſes und dergleichen Beſonderheiten hinzufügen, die ſich von ſelbſt verſtehen— Mit Recht konnte daher Philus, nachdem er durch des ſachkundigen Gallus Aufſchlüſſe und praktiſche Erläuterungen den hohen Werth dieſer unſcheinbaren Sphäre eingeſehen hatte, das Urtheil fällen, daß in ihrem Erfinder mehr Geiſt geweſen ſei, als die menſchliche Natur faſſen zu können ſcheine. Das ungefällige Außere, welches keinen günſtigen Eindruck auf ihn gemacht hatte, verſchwand aus ſeiner Seele bei der Be⸗ trachtung der ſcharfſinnigen Combination des Kunſtwerkes und Staunen ergriff ihn, als
vor ſeinen Augen der Sphärentanz begann, Sonne, Mond und die 5 Wandelſterne in
1) Cie. de republ. I. I. Vergl. Part. II. F. 2, 3, 4 1.
2) Die dunkeln Worte des verſtümmelten Textes ex quo et in coelo sphaera ete. werden nur ver⸗ ſtändlich durch die Veränderung in: ex quo, ut in coelo, in sphaera cte. Die Conjectur von A. Mai bringt ſo wenig Hülfe, wie die von Lehner(Edit. Sulzbach 1824.
4).


