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aus ihrem Schatten den Sonnenſtand zu ermitteln, dagegen oos für ein Inſtrument zur Bezeichnung der Tagesſtunden, erklärt. Mit dieſer Anſicht ſtimmt auch Ideler') in ſeiner weitern Auseinanderſetzung der Sonnenuhren bei den Griechen überein, ſo daß wir unter rrlos eine der vielen Arten von Sonnenuhren der Alten zur Beſtimmung der Stun⸗ den zu verſtehen haben. Wir erfahren alſo durch Athenäus wahrſcheinlich die Thatſache, daß es ſchon lange vor Chriſto dem menſchlichen Nachdenken gelungen war, die Stunden⸗ meſſung durch künſtliche Vorrichtungen innerhalb der Zimmer, wie hier in dem bezeichneten Studienſaale, zu bewirken; allein von einer künſtlichen Nachbildung des Himmels mit ſeinen Geſtirnen iſt nicht die Rede; und wenn auch zuzugeben wäre, daß auf dem Becken, wie Pollur'*) ſagt, oder auf der Fläche, auf welcher durch Hülfe eines Zeigers die Tages⸗ ſtunde angedeutet wurde, die Himmelszeichen angegeben geweſen: ſo bleibt doch immer der Begriff einer Sphäre nach den obigen Beſchreibungen gänzlich ausgeſchloſſen. Wie übrigens die innere Einrichtung dieſes w6los oder Stundenmeſſers beſchaffen geweſen ſei, darüber erhalten wir weiter keinen Aufſchluß. Die Ausſage des Athenäus, der wöos ſei als eine Nachahmung der Sonnenuhr in dem Stadtviertel Achradina anzuſehen, und die Ablei⸗ tung des Wortes(von wolo oder ril, drehen, wenden—) weiſen darauf hin, daß ein verborgener Mechanismus, der als roher Vorläufer der ſpätern Uhrwerke gelten mag, den Stundenzeiger in Bewegung ſetzte. Zu dieſer Meinung fühlt man ſich beſonders geneigt, wenn man ſich an den runden Speiſeſaal im goldenen Palaſte des Nero erinnert, deſſen Decke ſich, nach Suetonius') Erzählung, Tag und Racht unaufhörlich, wie die Welt, umdrehete. Der Mechanismus, welcher hier wirkte, läßt ſich in ſeinem Urſprunge wohl ohne Bedenken auf frühere Zeiten und ältere mechaniſche Talente zurückführen, da ja die Römer in den verſchiedenen Zweigen der Mathematik durch das Ausland belehrt worden waren.
Mithin leitet Athenäus keineswegs zur Auffindung des Ortes, wo die Sphäre Archimed's aufbewahrt wurde, und es bleibt nur noch in Plutarch's Lebensbeſchrei⸗ bung des Marcellus eine Quelle ſichtbar, aus der ſich eine Vermuthung ſchöpfen läßt. Indem nämlich der Biograph die verſchiedenen Sagen über Archimed's Tod angibt,
1) ef. Ideler's techniſche Chronologie. Th. l. S. 232 ff. Vergleiche die Einleitung S. 84 ete. 2) Pollux. Onom. 17. 19. 110. 3) ef. Sueton. vit. Neron. c. 31.


