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und zwar der Theorie früher, als den angewandten mathematiſchen Wiſſenſchaften zugethan war. Da es für jetzt verſagt iſt, vollſtändigere Lebensbeſchreibungen Archimed's*) einzu⸗ ſechen und darin vielleicht einen ſicher leitenden Faden zu weiterer Ermittelung der Lebens⸗ periode, in welche die Erfindung der Sphäre zu ſetzen iſt, aufzufinden: ſo mag die Vermu⸗ thung Raum gewinnen, daß Archimedes erſt nach Erlangung vollendeter und umfaſſender Einſichten in der Mathematik, namentlich in Folge gemachter Entdeckungen z. B. über die Schwerfraft der Körper und der daraus fließenden Geſetze, ſein Auge auf die Weltkörper gerichtet, ihren Bewegungen nachgeſpürt, und auf die bereits in ſeiner Seele lebenden Ge⸗ ſetze zurückzuführen verſucht habe. Es würden demnach ſeine aſtronomiſchen Studien und Leiſtungen nicht vor ſeinem vorgerückten Mannesalter begonnen haben, welches ſich durch die gefeierten mechaniſchen Erfindungen verherrlicht hat. Doch gingen von dieſen die mehr der Wiſſenſchaft angehörigen und die, wiewohl practiſchen, doch friedlichen Erfindungen denen voran, welche für kriegeriſche Zwecke berechnet waren. Ein bedeutender Einfluß auf dieſe läßt ſich unbedenklich dem königlichen Verwandten und Gönner, Hiero M., bei⸗ meſſen; wenigſtens in Betreff der Kriegswerkzeuge, durch welche ſpäterhin die Römer bei der Belagerung von Syracus*) ſo große Verluſte erlitten, iſt dieſer Einfluß außer allen Zweifel geſtellt. Plutarch') verſichert, daß Hiero, voll Erſtaunens über die Wirkungen eines Hebels bei der Fortbewegung eines großen Schiffes), Archimedes erſucht habe, ſeinen erfindungsreichen Geiſt auf Erbauung von Vertheidigungswerkzeugen zu richten, die freilich der friedliche König ſelbſt nicht in Anwendung gebracht hat. Nimmt man an, daß, während Archimedes ganze Seele ſich mit Zurüſtung dieſer Werkzeuge beſchäftigte, an Erfindungen anderer Art wohl nicht zu denken war; daß dieſe Zurüſtung unſtreitig den Zeitraum mehrerer Jahre in Anſpruch nahm und, wie aus Plu tarch's Worten hervorgeht,—
hauptſüchlich in die letzten Lebensjahre des Hiero fällt, welchem, als treuem Bundes⸗
1) Die Biographien von J M. Mazzuchelli(notizie istoriche ed eritiche intorno alla vita ed egli seritti di Archimedes. Brescia, 1734. 4.) u. von C. M. Brandel(dissert., sistens Archimedis vitam ejusque in mathesin merita. Gryphiswaldae 1789. 4.) hat ſich der Verfaſſer
nicht verſchaffen können. 2) Die umſtändlichen Erzählungen bei Plut. vit. Marcell. e. 14. ff., und bei Liv. XXIV, 33. ff. 3 4) ef. die intereſſante Mittheilung bei Athenaeus V, 40. ed. Dindorf. Vol. I. S. 453. ff.


