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Über die Einführung unserer Jugend in die deutsche Literatur
Entstehung
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Lieder von Tieck, Müller, Eichendorff kamen am häufigſten vor. Zur Privatlectüre, welche als mit dem Unterrichte verbunden betrachtet wird, war den Schülern die Schulbibliothek eröffnet, von der wöchentlichen Lectüre wurde in einer beſtimmten Stunde Rechenſchaft gegeben, indem entweder einzelnes von dem Geleſenen frei wieder erzählt, oder ein Ueberblick über ein größeres Ganze, gegeben werden mußte. Die ſchriftlichen Uebungen beſtanden theils in Dictaten, theils, beſonders im erſten Halbjahre, im Wiedererzählen vorgeleſener proſaiſcher, oder Umarbeiten poetiſcher Stücke; im zweiten Halbjahre mehr im Erfinden leichter, kleiner Erzählungen oder Beſchreibungen. 5 Std. Krahmer. 1 Std. Ledebur.

Franzöſiſch: Geleſen wurden aus Mager's franzöſichem Leſebuche für untere Klaſſen Bd. l. mit Auswahl, Stücke aus dem Reiche der Natur von Buffon, Fabeln von Lafontaine und Volks⸗ dichtungen, Perrault; einzelne geleſene Abſchnitte wurden memorirt. 4 Std. Kummer. Aus der Grammatik wurden nach Mager's franzöſiſchem Sprachbuche eingeübt die wichtigſten Regeln der Formenlehre und Syntax, durch mündliche und ſchriftliche Ueberſetzung franzöſiſcher und deutſcher Stücke, von§. 152 287. Die bei den Stücken vorkommenden Vocabeln wurden auswendig gelernt und zur Einübung der durchgenommenen unregelmäßigen Verben, ſchriſtliche Tabellen der Stammformen angefertigt. 4 Std. Richter.

Geſchichte: Im Sommerhalbjahr wurden die wichtigſten Begebenheiten der alten Geſchichte, im Winter die der mittleren und neueren durchgenommen. Die Erzählung, welche dem hiſtoriſch⸗ geographiſchen Leitfaden von Kapp folgte, knüpfte ſich vorzugsweiſe an die Biographieen der be⸗ deutendſten Männer der Geſchichte an und war eine Erweiterung des Curſus in Klaſſe VI. 2 Std. Krahmer.

Geographie: Es wurde eine Ueberſicht der topiſchen Geographie gegeben, woran ſich nur einzelnes aus der phyſiſchen und politiſchen anſchloß. 2 Std. Krahmer.

Rechnen: Nach Wiederholung des in Klaſſe VI. Dageweſenen. Die Decimalbruchrechnung, Preisberechnung, beſchränkt auf ſolche Exempel, in denen der Preis von der Eins ange⸗ geben iſt. 5 Std. Häſeler.

Schönſchreiben: 5 Std. Krahmer. Freies Handzeichnen: 2 Std. Lilienfeld.

Singen: Notenkenntniß(Ton. Note. Bezeichnung derſelben durch Buchſtaben. Noten⸗ ſyſtem. Schlüſſel. Tonleiter. Uebungen im Notenleſen.) Tonbildung.(Haltung des Körpers. Stellung des Mundes. Eigenſchaften eines guten Tones.) Treffübungen. (Der Ton bleibt auf derſelben Stufe. Fortſchreitungen zu der 2ten, 3ten ꝛc. Stufe. Erhö⸗ hungs⸗ und Erniedrigungszeichen.) Notenwerth u. Pauſen. Erklärungen verſchie⸗ dener Zeichen und Namen. Takt und Zeitmaaß. Ausſprache. Die gewöhn⸗ lichſten Tonarten Einübung der bekannteſten Kirchenmelodieen und zwar ein⸗ und zweiſtimmig, zwei⸗ und dreiſtimmige Kanons und zweiſtimmige Lieder, nach Anleitung eines beſonders für die Anſtalt eingerichteten Singebuches. 2 Std. Kämpfe.

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