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die mannigfaltige Vermiſchung organiſcher Naturen in der Arabeske das Verſtändniß und das Gefühl für die weicheren und lebendigen Formen des animaliſchen Lebens, insbeſondere für die der menſchlichen Figur, vorbereitet.
Die menſchliche Figur, als das vollkommenſte Werk der Schöpfung, iſt„Kanon und Muſter aller ſichtbaren Schönheit.“ Nach der hierdurch erlangten Sicherheit in der Auffaſſung des Gegebenen und bei der Erweiterung des Gefühls für vollkommene Form vermittelſt vielfacher Anſchauungen, tritt das Verlangen nunmehr lebendiger hervor, dasjenige, was bisher nur durch correcte Umzeichnung fixirt wurde, durch das Spiel des Lichtes und Schattens in plaſtiſcher Weiſe zu vollſtändiger Klarheit zu bringen. Daher tritt hier erſt eine kurze Anleitung zum Schattiren nach entſprechenden Muſter⸗ blättern ein, welche dann auch gleichzeitig die Geſetze der Perſpective verſinnlichen*).
Eine ausgedehntere Anwendung dieſer eben genannten Uebung auf die Nachbildung ſchöner Vorbilder in großem Maaßſtabe, theils in Crayon, theils auf couleurtem Papiere mit der Benutzung der Eſtompe und zweierlei Kreide, erfolgt dann bald.
Zuletzt finden nun die angeeigneten Mittel insgeſammt ihre volle Bedeutung in der ſelbſtſtän⸗ digen Thätigkeit, welche die Darſtellung nach wirklich plaſtiſchen Gegenſtänden, vorherrſchend antike Modelle, erheiſcht.
Die Landſchaft endlich kann nach der hier vorwaltenden und oben bereits angedeuteten Idee, wenngleich nicht ganz ausgeſchloſſen, doch eine nur untergeordnete Stellung einnehmen; ſie gehört, ſtreng genommen, nicht dieſem feſt begrenzten, ſondern einem eigenen Gebiete an. Die Landſchaft erhält für ſich durch den Inbegriff mehrer, einander untergeordneter Bedingungen, welche den vorhin vorgezeichneten ſich kaum nähern, erſt ihre volle Bedeutung. Ein Abſchnitt auf irgend einer Stufe, d. h. eine Sonderung der einen Bedingung von der andern hat für ſich, nicht einmal als Anregung gewürdigt, Bedeutung. Was ſie aber insbeſondere außer unſerer Grenze ſtellt, das iſt der mangelnde Zuſammenhang zwiſchen Form und Leben. Daß dieſer Kunſtzweig bisher obſervanzmäßig in dem Zeichnenunterricht einen bedeutenden Platz eingenommen, kann billig kein Grund für ſeine Geltung, in unſerem Sinne, ſein.
*) Die zu dieſem Behufe von dem Ref. angefertigten Vorlegeblätter werden zu Oſtern erſcheinen.


