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Das iſt die Bedeutung, welche wir im Geiſte mit dieſem Zweige unſeres Schulunterrichtes verbinden. Es verſteht ſich aber, daß ohne Unterſtützung von außen der Hauptzweck von der Schule nicht erreicht werden kann. Die Schule kann es nicht allein, die Welt muß mithelfen, zunächſt durch Meinung, Urtheil, Beifall und Vertrauen; dann durch Gewöhnung der Kinder von Jugend auf. Dieſe natürlichen, veredelten, vaterländiſchen Töne müſſen ſie immer anklingen. Dann muß auch die Schule unterſtützt werden durch äußere Beihülfe— und vor allem durch eigne, geduldige Beharrlichkeit. Es giebt keine Univerſalmedicin, die wie die Goldtinctur Alles gewiß und ſogleich curirt, die Folgen eines unnatürlichen Lebens wie wegwiſcht und gleichſam Ablaß gewährt zur Fortſetzung oder Erneuerung des ungeſunden Weſens, um— wenn nach einiger Zeit wieder ſolche Naturſchulden gemacht ſind— für baares Geld das Arcanum noch einmal zu kaufen, und wie aus der alten Männer⸗ und Frauen⸗ mühle jung und geſund wieder heraus zu kommen. Ein ganzes, ſtraff und verſtändig zuſammenge⸗ haltenes Leben iſt das Arcanum, das man täglich ſich ſelbſt bereiten und ſtündlich einnehmen muß. Wie viel mehr bei der Erziehung und Bildung der Seele! Prieſter verkauften ſonſt Ablaß, kraft deſſen den ſchofeln Menſchen das zum Himmel vorbereitende Leben erlaſſen blieb, und doch die Verſicherung wurde, daß man ſie ohne eignes Zuthun fix und fertig zum Himmel zugeſtutzt in der Sterbeſtunde abliefern würde!— Aber Kirche und Schule verkaufen keinen Ablaß mehr, für ein gutes Stück Geld kann die Schule nicht mehr Alles leiſten. Es iſt die Jugendbildung das Werk des ganzen Lebens, des ganzen Volkes, und wer die Hand und das Herz daran legt, bereite ſich auch, die ganze Kraft der ſich ſelbſt überwindenden begeiſterten Liebe, des ganzen ſittlichen Ernſtes in die Schaale mitzulegen. Unſere Mitbürger, vom erſten bis zum letzten, bilden das Vaterland. Daß nun unter ihnen das Beſte, was unſer Volk hat, zur Anerkennung, zu einer Alle durchſtrömenden Erkenntniß komme, daß von allen Seiten her die Herzen ſich um dieſe Flamme des ächten Volksgeiſtes ſammeln, von ihm erleuchtet und erwaͤrmt werden, dazu ſoll jeder Stand, jeder Einzelne an ſeinem Theil arbeiten, und es wird, was der Einzelne gewinnt, dem Ganzen zu Gute kommen. In dieſer Pflicht und Hoffnung ſoll Keiner ermüden.


