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Michael Neander's pädagogische Erfahrungen und Grundsätze, nach einer Handschrift der Ilfelder Klosterbibliothek / herausgegeben von Dr. R. Müller
Entstehung
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Kloſters jetzigem großen Nutz geblieben, und hat mich Niemands zu willen gezwungen, als einen der keine macht mehr, dan ein gemeiner Diener, ſondern bey meinen Wehren und bericht bleiben laßen, und iſt wol gerathen.

Den beſchwerlichen Haußhalt zu Engel habe ich auch abgeſchaft, dann der Zuſchlack doſelbſt auch ſo groß, das wir zu Ilefeld nicht in die lenge bleiben können, dieweil doſelbſt zu viel ufginge, und werden durch dieſelbe Abſchaffunge dem Cloſter ſehr viel marckſcheffel, hüner, genſe, geldt jer⸗ lich ins Cloſter mehr, dan zuvor geliefert, welchs Herr Thomas gern gethan hette, konde aber nicht der von Schwartzburgk halber dazu kommen.

Auff dem Berkenmohre hab ich eine Meyereye angericht, weſewachs droben laßen machen, und was Ich gemeinet, ſo zu Nutz und beßerung des Haußhalts dienen, vor die Hand genomen, und des Cloſters einkomen an geld, getreidig, rüben, Kraut, hüner, genſe, Eyer und andern Dingen nicht geringert, ſondern wolgebeßert und über diß deß Cloſters gueter in allen Herrſchaften beyein⸗ ander biß auf dießen tag erhalten.

Ich habe dem Kloſter vor mein Perſon nichts veruntrauet, und habe ich Ihme, Unverſtand, uUnerfahrenheit und der vielen Sorge undt mühe halben, nicht alzeit rath geſchaffet, ſo habe Ich ihme doch auch nicht geſchadet. Iſt es nicht alzeit getroffen, ſo iſt es doch gut und wol gemeinet. Was aber die andern Diener, Dietrich, Baſtian, Claus mögen gethan haben, kan ich nicht ſagen, ſeind von mir gnugſam zum oftermal zur trewe und fleiß in ihrem Ambte, auch zu Zeiten mit heftigen zornigen Worten und großer Bedrawunge vermahnet worden. Aber das iſt war und klar, das Baſtians, Clauſes Weib und kinder oft ehe den lieben tagk im Hauße, dann das liebe Brod haben, daß auch Dietrich, ſo ein großen hauffen unverſorgete Kinder, und nu alt, ſchwach und verlebet und ſo übell bei des Kloſters Dinſten zubrochen, das es ſchrecklich zu hören und vielmehr betrübt und erbermlich zu ſehen, entlichen noth leiden würde, wenn er ohne Dinſt leben ſoltte.

Und ob ich wol von meinen lieben ſeligen Eltern, wie auch meine brueder undt ſchweſtern, ein iedes inſonderheit, tauſent vier und zwantzig gulden an gelde, ohne daß Silberwerck an ſilbern gürtelln, ſcheiden, leffeln, bechern, Ketchen, guldenen ringen und dergleichen empfangen, wie Ich diß mit des Rhats zur Sorau brief und Sigillen zu beſcheinen, auch mit meinem Weibe Hauß, hoff, Ecker, geld, ſilberne und guldene Kleynoter, allerley haußrath an Betten, Zinwerck, ehern werck und dergleichen erfreyet, noch dennoch wüſte Ich auf meine alte tage darauf mich nicht zu behelffen, vornemlich auch dieweil nu meine Kiuder dahero wachſen und Ich viel vor Sie haben muß.

Und würden Baſtian, Clauß, Dieterich, ſo nun blind, lahm und alt, vielmehr mangell lei⸗ den müßen, wenn ſie, wie ſie ſich furchten, nun auf ihr alte tage von der Krippen geſtoßen wer⸗ den ſolten, entweder deshalben, das Sie nicht mehr tuchtig zu dienen, oder das Sie mit dem Kloſter übel und unfleißig gehandelt, do doch niemand antwortet oder ſich bekümmert über die tauſend Marckſcheffel, ſo die Schwartzburgiſchen dem Kloſter die drey jhar ohne den Wein und ander Ding mehr vorbehielten und auf dem hofe Engel die pferde, reuter und hunde vorzehren ließen, da man, wie Ich weiß, dieſelben wol hette erhalten können, wenn man luſt darzu gehabt, und von den Herren in der Zeitt, ehe ſie zugriffen, darzu wehr gethan worden, wie Sie dan von mir gnugſam auf befehl meines ſeligen Herren vermahnet, wie Copien derſelben ſchreiben noch vorhanden. Aber es war dieſelbe Zeit ſo ein laß und trege regiment allenthalben in der Stol⸗ bergiſchen Herrſchaft, daß wol grafſchaften und ander herrliche ſtücke verlaßet, das niemandts Luſt, ſich umb Ilefeldt anzunehmen undt zu bekümmern. Und wenn man nu nach dreißig Iharen auf meine verlebte tage erſt fechten und nicht gut ſein laßen wolte, was ich dem kloſter zu guete ge⸗ than, gewilliget, gehandelt, do ich für mich gar keinen nutz, und viel Unluſt, mühe und arbeit darvon gehabt, daß wolte nicht gut ſein, und ſolte nu erſt auf meine alte tage, do ich etwa noch ein Ihar zu leben, von iedermann gehönet werden, wolte auch wünſchen, daß ich mein tage Ile⸗ feld mit augen nicht geſehen hette, do aber Ilefeld gleichwol nechſt gott mir zu danken, daß es

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