8
licht worden. ¹) Geschichtliche Bedeutung haben die Briefe über die Einnahme Constantinopels durch die Türken; ²) die große Zahl derselben spiegelt den starken Eindruck wieder, den dieses Ereignis auf die christliche Welt gemacht hat. Auch von Aeneas Sylvius, dem späteren Papste Pius II., finden sich einige Briefe. Hieher gehören auch die Zeitungen, kurze Be- richte über wichtige Ereignisse.
Bezeichnend für die Art und Weise, wie solche Nach- richten verbreitet wurden, sind die Bemerkungen zu den HSs. B 24, N 13 u. 730.
Endlich seien noch erwähnt die zahlreichen Grabschriften und Gedichte, die nur geringen geschichtlichen Wert besitzen. — Was das Alter der Hss. anbelangt, so ist zu bemerken, dass mit einer Ausnahme— G 32— keine über das 12. Jh. hinauf- reicht. ³) Die älteren Hss. sind zum Theile beim großen Brande des J. 1297 zu Grunde gegangen; ¹) die weitaus größte Zahl der Hss. stammt aus dem 15. Jh.
Besondere Aufmerksamkeit habe ich der Herkunft der Hss. geschenkt. In den meisten Fällen lässt sich diese nicht mehr feststellen, in manchen ist es jedoch noch möglich. Auf den Einbanddeckeln finden sich nicht selten Anmerkungen über den früheren Besitzer. Manche Hss. sind durch Kauf erworben worden, andere sind durch Schenkung in unsere Bibliothek gekommen. Die meisten Hss. sind in unserem Kloster selbst geschrieben worden, besonders im 15. Jh. ⁵5) Nur dem Fleiße der damaligen Mitglieder unseres Stiftes ist die verhältnis- mäßig große Anzahl unserer Hss. zu verdanken. Unter den Männern, welche durch geschichtliche Aufzeichnungen sich ein Verdienst erworben haben, sind hervorzuheben Johann Slitpacher, Martin von Senging, Wolfgang von Steyer und
¹) Pez-Hueber III. 192 ff.
²) 29. Mai 1453.
³) Dies gilt natürlich nur von den gesch. Hss.
4) Kropff 14, Keiblinger 381.
⁵) Die Hss., welche wahrscheinlich in unserem Kloster geschrieben wurden, sind mit einem Sternchen versehen; wo es möglich war, habe ich auch den Schreiber angegeben.


