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Von dem Greuel- und Heidenleben,
Dem sich Officier und Soldaten ergeben. 525. Denn die Sünd'’ ist der Magnetenstein,
Der das Eisen ziehet ins Land herein. ³)
Auf das Unrecht, da folgt das Uebel,
Wie die Thrän' auf den herben Zwiebel,
Hinter dem U kömmt gleich das Weh,
530. Das ist die Ordnung im a, b, c. ⁵)
Ubi erit victoriae spes,
Si offenditur Deus? ¹⁹) Wie soll man siegen,
Wenn man die Predigt schwänzt und die Mess,
Nichts thut als in den Weinhäusern liegen? 535. Die Frau in dem Evangelium
Fand den verlornen Groschen wieder,
Der Saul seines Vaters Esel wieder,
Der Joseph seine saubern Brüder;
Aber wer bey den Soldaten sucht
540. Die Furcht Gottes und die gute Zucht,
Und die Schaam, der wird nicht viel finden, ¹¹) Thät er auch hundert Laternen anzünden. Zu dem Prediger in der Wüsten, Wie wir lesen im Evangelisten, 545. Kamen auch die Soldaten gelaufen, Thaten Buss und liessen sich taufen, Fragten ihn: Quid faciemus nos?
s) IV. 16.„Die Sünd ist der Magnet, welcher das scharpffe Eysen und Kriegs- Schwerdt in unsere Länder ziehet.“
*) IV. 18.„Wer hat den Türken, diesen Erbfeind, gezogen in Asiam, in Europam, in Hungarn? Niemand anderer als die Sünd; nach dem S im AB0 folgt das T', nach der Sünd folgt der Türk.“ Hiezu liesse sich noch eine Stelle aus der Lobpredigt auf den h. Bernardus vergleichen, wo erklärt wird(p. 6), man habe keinen Grund, Adam— dem ersten Welt-Regenten—„alle natürliche Wissenschaft“ beizulegen; denn war er ein grosser Doctor, so hätte er auch wissen müssen, dass in ABC auf das S noch die Buch- staben T und U, nicht aber gleich das W folge. Es heisst aber auch sprichwörtlich: Einmal Uch und dreimal Weh— das ist die Ordunuug im ABO. 4
¹) Die Worte des Frankenkönigs Chlodwig„ubit erit spes victoriae si sanctus Martinus offenditur?“ ändert Abraham(X, 54) in:„Obi erit spes victoriae, si Deus offenditur?, wo wird dann ein Hoffnung seyn zum Sieg und Victori wider diesen grössten Erbfeind, wenn Gott beleydiget wird? Wo wird dann der Himmel seinen Seegen geben, wenn ihr Soldaten täglich solche Sünden begchet, welche in Himmel schreyen, wo werd ihr die Gnad von Gotft haben, den Feind zu schlagen, wenn ihr alle Gebott Gottes thut ausschlagen“.
11) X, 56 f:„Das Weib in dem Evangelio hat den verlohrenen Groschen gesucht und gefunden; der Saul hat die Esel gesucht und gefundon; der Joseph hat seine sau- beren Brüder gesucht und gefunden; der»ber Zucht und Eurbarkeit bey den Soldaten sucht, wird nicht viel finden.“ Vergl. Syll. Dom. I. Quadvag.


