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II. Kapuziner. Heysa, Jucheysa, Dudeldumdey! Das geht hoch her. Bin auch dabey! v. 485. Ist das eine Armee von Christen? Sind wir Türken? sind wir Antibaptisten? ¹) Treibt man so mit dem Sonntag Spott, Als hätte der allmächtige Gott Das Chiragra, könnte nicht dreinschlagen! ²) Ist's jetzt Zeit zu Saufgelagen, 490. Zu Banketten und Feiertagen? Quid hic statis otiosi? Was stehet ihr und legt die Hände in Schoss? ³) Die Kriegsfuri ist an der Donau los, Das Bollwerk des Baierlandes ist gefallen, 495. Regenspurg ist in des Feindes Krallen, Und die Armece liegt hier in Böhmen, Pflegt den Bauch, lässt sich's wenig grämen, Kümmert sich mehr um den Krug als den Krieg, ⁴) ¹) Antibaptisten— bezeichnet nicht, wie Rudolph in seinem Schiller-Lexikon be- hauptet, Leute, die nichts von der Taufe halten, sondern nur Gegner der Taufe, was in gewissem Sinne auch die Anabaptisten gewesen sind. Und da Schiller den Anfang des XI. Capitels beim v. 511 unzweifelhaft benützte, hier aber Anabaptisten und Türken als Sekten zusammengestellt erscheinen, von denen die christliche Kirche viel zu leiden hatte, so scheint es nicht unwahrscheinlich, dass er Antibaptisten statt Anabeptisten setzte. Die fragliche Stelle bei Abraham lautet: XI. 62:„Hart haben die Christliche Kirchen verfolgt mit ihren verruchten Secten die Anabaptisten, die Deisten, die Prisci- lianisten, die Donatisten...., doch aber hat kein einige Sect so lange gewehret, als die Mahometannische und ist der verruchte Alcoran über die Tausend Jahr schon dem Evangelio überlästig“ 2) IV. 17.„Lebt man doch, als hätte der Allmächtige Gott das Chiragra und köante nicht mehr dreinschlagen,“ ³) VI. 30.„nicht weniger wird erfordert von cuch, dass ihr gleichmässig die Händ' nicht sollt in den Sack schieben, nicht stehen wie je Faullentzer, denen Filtzweiss ist gesagt worden: quid hic statis otiosi tota die, sondern sollt fein hertzhafft nach dem Degen greiffen.— 4 3. ¹) Das Wortspiel mit Krug und Krieg— doch in dec Pauralform— kommt bei Abraham in„Soldaten-Glory“, pag. 6 vor:„Soldaten, diec lieber haben Krüg als Krieg, seynd nichts nutz!“ Allein da die Benützung dieser Predigt weiter nicht nachweisbir ist und das Wortspiel überdies zu den landläufi rsten gehört, so dürfte es ziemlich gewagt sein, auch hier an Entlehnung zu denken. Viel wahrscheinlicher scheint es mir, dass Schiller bei den Versen 497—501 die Stelle IX 45 f. vor Augen hatte:„Hinweg mit denjenigen Soldaten. die lieber von den Musszgatellern als von Missq teten höcen. Fort mit denjenigen Soldaten, die lieber mit den Decken als mit dam Dogen umbghen. Auss mit solchen Soldat n, die lieber zu Fressburg als zu Preszburg in der Quiurnison liegen. Nichts nutz seynd diejenige Soldaten, walche lieber Lucelb irg als Luxenburg belägern; zu schimpfen seynd alle diejenige Soldaten, die lieber mit der Sabinl als mit dem Sabel umbspringen.“


