2zu Schiller's Wallenstein.
Abraham's a S. Clara Antheil an der Kapuzinerpredigt in„Wallenstein's Lager.“
I.
Im September des Jahres 1798 kam Schiller auf einige Tage nach Weimar ¹) und wurde bei dieser Gelegenheit von Goethe bewogen, diesem seinen„Prolog“— jetzt„Walleustein's Lager“— zur Eröffaung der the- atralischen Wintervorstellungen und eines renovirten Theatergebäudes zu überlassen.²) Nach Jena zurückgekehrt, machte er sich sofort an die Arbeit, um den Prolog, der nun für sich allein bestehen und unabhängig vom Stück gespielt werden sollte, in dieser Rücksicht zu prüfen und zweckentsprechend umzugestalten. Die Prüfung fiel aus, wie zu erwarten stand*): sie ergab die Nothwendigkeit, das Stück um ein Bedeutendes zu erweitern und zwar theils durch Aufnahme neuer Figuren, theils da- durch, dass einigen andern, die schon da waren, eine grössere Ausführung gegeben werde. Denn als Charakter- und Sittengemälde, meinte er, müsste das Stück, um auch wirklich eine Existenz zu versinnlichen, noch etwas mehr Vollständigkeit und Reichthum erhalten, wodurch dann unter Einem auch der Vortheil erreicht werde, dass über der Menge der Fi- guren und einzelnen Schilderungen dem Zuschauer unmöglich gemacht werde, einen Faden zu verfolgen und sich von der darin vorkommenden Handlung einen Begriff zu bilden.
Dies theilte Schiller unterm 18. September dem Freunde mit, be- merkend, dass er ihm das umgearbeitete Stück am 21. September ein-
¹) Der Aufonthalt währte vom 10, bis 17. Septembor; vergl. Briefe an Goethe vom 9. 18. und besonders vom 21. Sept. 1798.
2) Brief an Körner vom 30. Sept. 1798:„Goethe hat mir keine Ruh gelass en, bis ich ihm meinen Prolog zur Eröffnung der theatralischen Wintervorstellungen und eines renovirten Theatergebäudes überliess“.
1.) Vergl. Anm. 8, sammt dem dazu Gehörigen.
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