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Derselbe habe sich im Leben ausgezeichnet durch Gewissenhaftigkeit und Treue in Erfüllung seiner Berufspflichten, durch freudiges und entschiedenes Eintreten für die Angelegenheiten der Schule und des Realschulwesens überhaupt. Nicht minder sei seine Lehrthätigkeit, unterstützt von didaktischem und disziplinellem Geschick, von sehr gutem Erfolg begleitet gewesen; deshalb werde ihm in den Herzen der Lehrer und Schüler immerdar ein dankbares Andenken bleiben.
Das Schuljahr 1883/84 wurde am 2. April mit der Aufnahme der neuen Schüler eröffnet. Die Zahl derselben betrug 83. Im Laufe des Schuljahres kamen noch 19 hinzu, so dass sich die Gesamtzahl der in diesem Jahre neu eingetretenen Schüler auf 102 beläuft. Von diesen wurde 1 der Unterprima, 9 der Untersekunda, 7 der Tertia, 9 der Quarta, 14 der Quinta und 62 der Sexta zugewiesen.
Am 23. April vormittags 10 Uhr fand die Feier des Geburtstages Sr. Majestät des Königs Albert statt. Den Anfang bildete der Gesang eines Chorals; dann sprach Herr Professor Pietzsch das Gebet. Hierauf folgten Deklamationen der Schüler, des Quintaners Stiefelhagen:„Wie Kaiser Karl Schulvisitation hielt“, von Gerock, der Untersekundaner Bierling:„Die eherne Mauer“ und Klingenberg:„Friedrich und sein Kind“ von A. Böttger; Oberprimaner Eggert behandelte in einem selbstverfassten Gedichte:„Lukas Cranach vor Kaiser Karl V.“ Die Festrede hielt Herr Ober- lehrer Demme. Er gab in derselben die Grundzüge der antiken und christlichen Vaterlandsliebe und hob als besonders hervorragend bei letzterer die sich in ihr offenbarende Demut hervor. An Beispielen aus der Geschichte und Litteratur zeigte er hierbei, wie diese christliche Auffassung in einen tiefen Gegensatz tritt zu der heidnischen Geistesrichtung des Altertums. Den Schluss der Feier machte das:„Salvum fac regem“ von Hauptmann.
Am 7. Juni starb, nachdem er nur wenige Wochen der Schule angehört hatte, der Sextaner Paul Wimmer aus Dresden im soeben begonnenen 12. Lebensjahre. Da der Entschlafene an Diph- theritis gelitten hatte, so konnte die Schule ihr Beileid nur durch Schmückung des Grabes bezeigen.
6 Ende Juni wurde durch den Rat der Stadt dem Lehrerkollegium mitgeteilt, dass der ver- storbene Chef des Hauses Gehe& Co., Herr F. L. Gehe, der Annenschule testamentarisch die Summe von 3000 Mark vermacht habe, deren Zinsen zu Stipendien oder sonst zu Gunsten der Anstalt ver- wendet werden sollen. Die Schule ist dem edlen Schenkgeber zu wärmsten Danke verpflichtet und fühlt sich der Berichterstatter gedrungen, im Namen derselben diesen Dank auch hier pietätvoll zum Ausdruck zu bringen.
Der Ausflug des Sängerchores am 7. Juli nachmittags richtete sich nach Hainsberg, Tharandt, dem Rabenauer Grund und der Alberthöhe und verlief, begünstigt vom Wetter, unter zahlreicher Beteiligung der Angehörigen der Sänger, zu allgemeiner Befriedigung.
Die Sedanfeier fand diesmal bereits Sonnabend, den 1. Séptember, statt. Dem Gesange des Chorals:„Lobet den Herrn, den mächtigen König“ folgten Vorträge der Schüler: Sextaner Prugg- mayer:„Wie Kaiser Karl die Deutschen singen lehrte“, von A. Böttger; Tertianer Göhre:„Wie Kaiser Karl Reben pflanzte“, von A. Böttger; Obersekundaner Kummer:„Einst und Jetzt“. Selbstverfasste Gedichte trugen vor: Bondi(UI.):„Das Denkmal auf dem Niederwald“, Fröhner (UIL):„Die Wacht am Wasgenwald“. Nachdem sodann der Chor„Lützows wilde Jagd“ von M. v. Weber gesungen hatte, sprach Herr Oberlehrer Dr. Welte über die geographischen und die durch diese bedingten Erwerbsverhältnisse des Elsasses sowie über das geistige Leben der Bevölkerung desselben. Der Gesang des Liedes:„Deutschland, Deutschland über alles“ von Haydn schloss die Feier.— Am 2. September beteiligten sich die oberen Klassen an dem von der Dresdner Turner- schaft auf der Wiese beim Grossen Garten veranstalteten Turnfeste.
Die schriftliche Michaelisprüfung wurde vom 17. bis 19. September abgehalten, darauf Freitag, den 29. September, das Sommersemester geschlossen.
Mit dem Beginne des Wintersemesters, am 9. Oktober, traten zwei Kandidaten des höheren Schulamtes, die Herren Dr. Peter und Dr. Schulze, als Probelehrer ein. Dem ersteren wurde englischer Unterricht in Untersekunda A und französischer in Tertia B, dem anderen Unterricht in Chemie in Unterprima und Rechenunterricht in Quinta B übertragen.
An dem zu Ehren von Professor Schilling am Abende des 18. Oktober veraustalteten Fackelzuge beteiligten sich die Schüler der Klassen Oberprima bis Untersekunda.


