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1 (1850)
Entstehung
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Was den Gang des Unterrichts betrifft, so trat während der 5 ersten Monate des Winterhalbjahrs im Gesang-Unterricht eine bedeutende Unterbrechung ein. Da nämlich der Gesanglehrer Cantor Weie- kert längere Zeit unwohl war, so mussten dessen Lehrstunden meist ausgesetzt werden. Im Decem- ber fand gar kein Gesang-Unterricht Statt, da Cantor Weickert wegen fortdauernder Rränklichkeit um Entlassung von seiner Stelle am Gymnasium eingekommen und diesem Gesuch durch Ministerialbeschluss vom 8. November 1849 entsprochen worden war.

Auch andere Lehrstunden erlitten im December eineUnterbrechung, da in den letzten Wochen vor Weihnachten der unterzeichnete Director durch die Verpflichtung, an den öffentlichen Gerichtssitzungen als Geschworner theilnehmen zu müssen, drei andere Lehrer durch Unwohlsein an Ertheilung des Un- terrichts gehindert waren. Trotz aller Bereitwilligkeit der übrigen Lehrer ihre Collegen zu vertreten, war dies doeh nicht in allen Stunden möglich.

Um so erwünschter kam die Zeit der Weihnachtsferien, welche vom 22. December 1849 bis zum 5. Januar 1830 dauerten.

Aber auch seit dem Beginn des neuen Jahres erlitt der Unterricht öfter Störungen durch Unwohl-

sein der Lehrer, sodass das Vicariren bis gegen Ende Februars fast gar nicht aufhörte eine Erschei- nung, wie sie seit vielen Jahren am hiesigen Gymnasium nicht vorgekommen ist. Dagegen endete die

Unterbrechung des Gesangunterrichts schon im Anfang Januars, indem zufolge eines Ministerialbeschlus- ses vom 51. December 1849 der Gesanglehrer Heinrich Lukan mit dem Gesangunterricht am Gymna- sium beauftragt wurde. Samstags den 12. Januar führte der Unterzeichnete bei dem Schluss der Hora den neuen Lehrer in sein Amt ein und sprach dabei im Namen der Anstalt Wünsche für das Gedeihen des Gesangunterrichts aus.

Rurz vor dem Schluss des Winterhalbjahrs ertheilte die philosophische Facultät zu Marburg dem ordentlichen Gymnasiallehrer Theodor Gies auf die von ihm verfasste Abhandlung: Quaestionum de

re sacerdotali Graecorum Part. I., die Würde eines Doctors der Philosophie.

III. Statistische Uebersicht.

A. Lehrer. a. Ordentliche Lehrer. Dr. Friedrich Münscher, Director. Dr. Heinrich Feussner, Ordinarius der Prima. Dr. Ferdinand Dommerich, Ordinarius der Quinta. Gymnasiallehrer Eduard Jung, Ordinarius der Secunda; zugleich Bibliothekar. Dr. Theodor Gies, Ordinarius der Tertia. Dr. Heinrich Hasselbach, Ordinarius der Quarta. Dr. Joh. Friedrich Lotz, Lehrer der Mathematik und Physik. b. Practicanten. Dr. Reinhard Suchier; zugleich auftragsweise Lehrer der französ. Sprache. Friedrich Spangenberg.

A ust Rossbach. 15 c. Ausserordenliche Lehrer.

CGaspar Zimmermann, Schreiblehrer, zugleich mit der Leitung des Turnens beauftragt.

Heinrich Lucan, Gesanglehrer.