Druckschrift 
1 (1850)
Entstehung
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2. Gesang. Im S. 4 St. w.: 1 St. für Männergesang, 1 St. für gemischten Chor, 2 St. für Elementar- Unterricht. Cantor Weickert.

Im W. 4 St. w. bis December nach denselben Abtheilungen, Cantor Weiekert. Seit Neujahr

1 St. für Männergesang, 1 St. für Sopran u. Alt, 1 St. für gemischten Chor, 1 St. für Elementar- Unterricht. Gesanglehrer Lukan.

5. Zeichenunterricht. Im S. u. W. Mittwochs und Sonnabends von 2 4 Uhr in der Zeichenaka- demie.

4. Gymnastische Uebungen. Im S. Dienstags u. Freitags von 6 8 Uhr, später von 3 7 Uhr. Schreiblehrer Zimmermann und bis zur Mitte des Sommers Turnlehrer Linck.

II. Chronik des Gymnasiums.

Der Lehrcursus für das Sommerhalbjahr wurde am 16. April 1849 von Dr. Soldan, der proviso- risch mit der Leitung der Aunstalt beauftragt war, durch eine Ansprache an die Schäler und Verlesung der Gesetze eröffnet.

In dem Unterricht traten keine bedeutenden Veränderungen ein; doch ist zu erwähnen, dass für den Geschichtsunterricht in den drei oberen Classen der Grundriss der Geographie und Geschichte der alten, mittleren und neueren Zeit von Wilhelm Pütz als Lehrbuch eingeführt wurde, während in den beiden unteren Classen das Handbuch für den biographischen Geschichtsunterricht von R. Schwartz zu gleichem Zweck dienen sollte.

In der Mitte des Sommers traten an dem Gymnasium mehrere wichtige Veränderungen ein. Durch allerhöchstes Reseript Seiner Röniglichen Hoheit des Rurfürsten vom 7. Juni 1849 wurde der ordent- liche Gymnasiallehrer Dr. Soldan von dem hiesigen Gymnasium in gleicher Eigenschaft an das Gymna- sium zu Marburg versetzt. Das Gymnasium verliert in ihm einen Mann, der viele Jahre lang an der hiesigen Anstalt gewirkt hat, und der mit gewissenhafter Treue und unermüdlichem Eifer seine Schüler sowohl innerhalb wie ausserhalb der Lehrstunden, namentlich in seinem Lieblingsfach, der lateinischen Stylistik, zu fördern suchte. Möge es ihm in seinem neuen Wirkungskreis wohl ergehen!

Zugleich wurde durch allerhöchstes Rescript vom 7. Juni 1849 der ordentliche Gymnasiallehrer Dr. Hasselbach von dem Gymnasium in Marburg in gleicher Eigenschaft an das hiesige versetzt.

Endlich wurde der Unterzeichnete, der seit Frühjahr 1855 dem hiesigen Gymnasium als ordentlicher Lehrer angehört, durch allerhöchstes Rescript vom 7. Juni zum Direktor und ersten Lehrer der Anstalt ernannt. In einer Versammlung der Lehrer und Schüler des Gymnasiums am 16. Juni machte er die am Tag zuvor eingetroffenen landesherrlichen Ernennungen öffentlich bekannt, gedachte mit Worten des Dankes des aus der Anstalt scheidenden Lehrers und trat sein Amt mit einer Anrede an Lehrer und Schüler an, deren Inhalt dem Wesentlichen nach hier eine Stelle finden möge:

Hochgeehrteste Herrn Collegen! Sie kennen mich; Sie wissen, dass ich zu meinem Amt den redlichen Willen mitbringe, meine Rraft ungetheilt der Anstalt zu widmen. Aber gerade je mehr ich mir zuschreiben darf, dass ich das Wohl des Gymnasiums will, desto mehr fühle ich, wie gross, wie schwer die Aufgabe ist. Wir sollen unsere Jugend zur Frömmigkeit und Tugend, wir sollen sie zu wissenschaftlicher Einsicht und Tüchtigkeit führen, und das zu einer Zeit, die uns in beiderlei Beziehungen viele Schwierigkeiten bereitet. Meine Herrn Collegen, nur in lebendigem innigem Vereine aller Rräfte kann uns ein solches Werk gelingen. Lassen Sie uns recht zusammenhalten für das Mohl der Anstalt, die uns Alle vereinigt; bewahren Sie mir das Vertrauen, das ich, wie ich glaube sagen