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vom Königlichen Provinzial-Schul-Kollegium zur Beschäftigung zugewiesen waren, schwerlich zu überwinden gewesen. In den obersten Klassen vertrat den Prof. Harczyk Dr. Schiff, den Prof. Seyler der Direktor und Prof. Richter. Fär Dr. Schindler trat namentlich Kand. Schwarzer ein.
Der Gesundheitszustand der Schüler war nicht ungünstig. Wir hatten nur den Tod eines Schülers, des Oberprimaners Kurt Jäschke, zu beklagen.
Der Bestand des Lehrerkollegiums ist nur durch das Ausscheiden des Prof. Hirschwälder geändert, dem von Sr. Majestät bei dieser Gelegenheit der Rothe Adlerorden IV. Klasse verliehen worden. Außerdem erhielten die Professoren Fechner und Seyler am 16. Mai die Ernennung zu Räthen 4. Klasse, die Oberlehrer Dr. Hirschwälder, Richter, Dr. Depène, Dr. Badt und Dr. Harczyk wurden am 21. März und Dr. Winkler und Dr. Hoffmann am 20. Dezember zu Professoren ernannt.
Von den im vorigen Jahre am Gymnasium beschäftigt gewesenen Kandidaten blieb Herr Schwarzer auch das ganze verflossene Jahr an der Anstalt und erwies derselben durch mehrfache längere Vertretung erkrankter Lehrer wesentliche Dienste. Dr. Thomaschik, dem bald nach Ostern vom Königlichen Provinzial-Schul-Kollegium die Vertretung eines Lehrers in Pleß übertragen war, wurde im August wieder dem Johannes-Gymnasium zugewiesen und beendete sein Probejahr Michaelis. Dr. Tröger war am Johannes-Gymnasium bis Michaelis beschäftigt, wo er eine Anstellung in Liegnitz erhielt. Die Kandidaten Liewald und Teuber absolvierten ihr Probejahr von Ostern bis Ostern, Dr. Jacoby die erste Hälfte desselben von Michaelis an. Dr. Gröger, dem vom Königlichen Provinzial-Schul-Kollegium gestattet war, einige Stunden unentgeltlich zu erteilen, verließ uns nach kurzer Zeit wieder, um eine Privatstellung einzunehmen.
Die durch den Tod des Prof. Dr. Sommerbrodt erledigte Stelle des zweiten Kurators der Anstalt übernahm im Oktober Herr Kaufmann Furbach.
Wie schon seit 3 Jahren wurden auch in diesem Schuljahre während des Sommers Jugend- spiele im Scheitniger Park unter Leitung und Aufsicht der Turnlehrer Baumann und Oberlehrer Dr. Fischer veranstaltet. Die Beteiligung, die sich auf alle Gymnasialklassen erstreckte, war für die Mehrzahl derselben freiwillig; nur für einige Klassen wurde versuchsweise die dritte Turnstunde für die Jugendspiele verwendet. Gespielt wurde Sonnabend Nachmittag, und zwar für die Klassen VI—IV von 5— 6, für die Klassen III—I von 6—7. Aus der Gesamtheit der Spielenden wurden kleinere Spielabteilungen meist nach den Klassen gebildet, deren Führung Schüler der obersten Klassen, die dem Gymnasial-Turnvereine angehörten, mit regem Eifer und erfreulichem Geschick übernahmen. Für die unteren Klassen wechselten Lauf- und Ballspiele mit volkstümlichen UÜbungen ab; Sekundaner und Primaner bevorzugten Barrlauf und Schleuderball; auch deutscher Schlagball wurde von Zeit zu Zeit gespielt. Lust und fröhlicher Eifer belebte den Spielplatz bis zu den Herbstferien hin. Auch während dieser Ferien vereinigten sich noch mehrmals Schüler aller Klassen unter ihren Spielführern zu gemeinsamen Jugendspielen.
Gemeinsame Wanderungen durch die nähere und weitere Umgebung Breslaus unternahm selbst während des Wintersemesters der Gymnasial-Turnverein in Begleitung eines der genannten Turnlehrer.
Während der Pfingstferien machten wiederum, wie schon im vorigen Jahre, eine Anzahl Primaner unter Leitung des Oberlehrer Dr. Fischer einen viertägigen Ausflug. Bei meist glänzendem Wetter wurden in fröhlichster Stimmung die Sandsteinfelsen der Heuscheuer, Eulen- und Walden- burger Gebirge durchwandert.


