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verbunden, dem Indicativ, im zweiten tritt der Ausdruck der abhängigen Handlung in der völlig in- determinirten, beziehungslosen Form des Verbs, wie ein blosser Gedanke, im Infinitiv dazu; die Deter- minirtheit, eine bestimmte Richtung kann nur der Zusammenhang dazuthun oder ahnen lassen. Es liegt im wesentlichen derselbe Gedankengang zu Grunde wie in einem unabhängigen 6c elretv, dg uvrGG etred,= so zu sagen, kurz gesagt; nur wird im reinen Consecutivsatz eine grössere Be- stimmtheit hervorgerufen durch den speciellen Zusammenhang, die Verbindung mit dem regirenden Satzteil. Dem os einetv entsprechen diejenigen Fälle, wo der Consecutivsatz bloss dw, und zwar dann auch regelmässig mit dem Infinitiv, aufweist. Für gewöhnlich allerdings tritt die vollere Form Gore ein, die wie gesagt auch den Indicativ gestattet. Das angefügte re ändert an dem Wesen des òos nichts, hat bloss den Sinn eines engeren Anschlusses, so dass Gore etwa bedeutet: so dass da(eigentlich wie ja doch); ts bewirkt überhaupt nur in irgend einer Weise eine innigere Verbindung, gleichviel ob im Sinne eines auch, und, oder eines schwachen jedoch, oder eines begründenden ja doch, jedenfalls. Ein Satz wie: 10 Setov οασοοαον αα νοο τν o i dors dhd‿ dνεα äv al dνra dοety heisst: Die Gottheit ist so stark und so beschaffen(geartet)— wie(um) alles(zu) sehen und alles(zu) hören.(Dass der Aus- druck der Person, welche die abhängige Handlung ausführt, in der Form des Accusativ dazutreten muss, falls sie sich nicht mit dem Subiect des regirenden Satzes deckt, ist selbstverständlich bei der Natur des griechischen Infinitiv.) Hierbei sei bemerkt, dass Fälle wie der obenerwähnte klar zeigen, warum der Infinitiv angewendet wird; der Sinn ist gar nicht eigentlich„so dass sie alles sieht“, sondern etwa gleich unserem„alles zu sehen“ oder„um zu sehen“,„dass sie alles sehen kann“.
Die Beispiele, welche mit vollster Deutlichkeit beweisen, dass diese Auffassung die einzig richtige ist, sind sehr zahlreich und verschiedenster Art. Man kann dieses Gote sehr oft geradezu mit(wie) um zu,(wie) zu mit dem Infinitiv übersetzen; namentlich auch da, wo der Sinn ist unter der Bedingung, etwas zu thun; in dieser letzten Bedeutung deckt es sich in allen Punkten mit dem häufigeren à mέ e, abgesehen davon, dass ore ein unbestimmtes, ganz allgemeines wie ist, rs aber durch die Präposition ant bestimmter die Zweckrichtung bezeichnet; letzteres ist völlig unser: unter der Bedingung,... zu thun. αἀ p æν v BLot Xaßedy Gore L ar-opely O Xaßov= obwohl es mir freistand viel Geld zu erhalten unter der Bedingung, nicht als Kläger auf- zutreten(um nicht... zu), nahm ich es nicht an. So finden wir die Construction mit dem Infinitiv regelmässig nach einem Comparativ und im Sinne von mehr, grösser... als um zu.
Die concessiven Structuren des Griechischen gehören nicht in das Gebiet der Nebensätze, weil eben die Bildung eines Nebensatzes vermieden wird; doch seien dieselben zum Vergleich mit dem Lateinischen und Deutschen erwähnt. Es wird nämlich der Ausdruck des gegensätzlichen Gedankens dem Hauptverb bloss in der Participialform beigefügt, wobei lediglich der Sinn die Concessividee her- vorruft. AXGvra Aey O 2„veucey= obgleich er ihm in die Hände gefallen war, tötete er ihn nicht. Ist aber das, wovon die participiale Handlung gilt, verschieden vom Satzsubiect, so muss natürlich der sog. absolute Genetiv eintreten, falls nicht eine ganz andere Wendung vorgezogen wird. Soll der concessive Sinn besonders hervorgehoben werden, so kann das Particip ein zalnep nehmen, so dass, wie obenerwähnt, alε ποαινν.. bedeutet auch noch so sehr thuend; noch deutlicher ist das in homerischen Beispielen wie ol dè xal dαuevol ep en' d S eee= obgleich sie noch so sehr bekümmert sein mochten.
1 Hier haben wir somit einen Fall, wo überhaupt Coniunctionen nicht angebracht sind, sondern immer die participiale Construction eintritt; sonst ist bei der grossen Vorliebe des Griechischen für die Participien das Gewöhnliche das, dass participiale Wendungen neben denen mit Coniunctionen hergehen, so dass also auch in dieser Beziehung die Beweglichkeit und Manigfaltigkeit beachtens- wert erscheint. Man vergesse nicht, dass durch Participia dem Sinne nach vertreten werden können Zeitsätze der verschiedensten Art, causale Sätze, wobei selbst der obiective Grund deutlich vom sub- iectiven unterschieden wird; Finalsätze(woujowy— ds orrſov), Conditionalsätze, positiv und negativ;


