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2 (1848) Particula II
Entstehung
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letztern Studium. Dem Prof. Hermann folgte er 1842 nach Göttingen und nahm auch dort, wie in Marburg, an dem philologiſchen Seminar Theil. Zu Oſtern 1844 nach Marburg zurückge⸗ kehrt, abſolvirte er unter Prof. Bergk's Anleitung ſeine akademiſchen Studien, bis er im Anfange des Jahres 1845 ſeine theoretiſche Prüfung für Bewerber um ein ordentliches Gymnaſiallehramt beſtand und am 24. Mai auf den Grund ſeiner Inauguraldiſſertation(Vindiciarum Homeri- carum Partic. I. Marburgi 1845. 78 S. 8.) zum Doctor der Philoſophie promovirt wurde. Nach Höchſter Entſchließung wurde er unter dem 6. Oktober 1845 als Praktikant bei dem Gym⸗ naſium dahier zugelaſſen, machte im Sommer 1847 ſein praktiſches Gymnaſiallehrereramen und wurde im December v. J., nachdem er bereits Aushülfe bei dem Gymnaſium dahier geleiſtet hatte, mit Verſehung einer Lehrerſtelle beauftragt.

Der Zeichenlehrer Appel verfaßte folgende Schriften: Meine Anſichten über den Unterricht im Frei⸗Hand⸗Zeichnen. Caſſel 1847. VIII. 40 S. 8. und Die Unterrichts⸗ mittel zur Erlernuug des Frei⸗Hand⸗Zeichnens. Elementarunterricht. Caſſel 1847. 8 u. 16 S. 4. u. 12 S. F.

Dr. Grebe's mathematiſche Abhandlung im vorjährigen Gymnaſialprogramm iſt als eine verdienſtliche Arbeit angezeigt in Grunert's Archiv der Mathematik und Phyſik Th. 9 S. 526 f.; ebenſo lobend iſt die Recenſion von Dr. Schwaab's zweiter Lehrſtufe des naturgeſchichtlichen Un⸗ terrichts 2te Aufl. in den Oeſterreichiſchen Blättern für Literatur 1847 Nr. 309.

B. Alnterricht. 1. Allgemeines.

Die frühere Einrichtung, wonach das Gymnaſium aus 10 räumlich geſonderten Claſſen beſteht, iſt geblieben, nur daß Prima, welche bisher einen zwei⸗, und Oberſecunda, welche einen einjährigen Curſus hatte, aus numeriſchen Rückſichten proviſoriſch anderthalbjährige Curſe erhal⸗ ten haben.

Eingeführt wurde: in V und IVb Kühner's Elementargrammatik der lateiniſchen Sprache; in IIa Heinichen's Lehrbuch der Theorie des lateiniſchen Stils und in II a. b Tableaux de T'hi- stoire de France par Fränkel.

Durch Miniſterialbeſchluß vom 9. Septbr. 1847 zur Nr. 8272 Pr. d. J. iſt bei der Auf⸗ ſtellung der Lectionsplane zur geeigneten, nach den geſammten Verhältniſſen der Anſtalt zu be⸗ meſſenden und zu begränzenden Berückſichtigung empfohlen worden, 1) daß der geſammte Unterricht des Lateiniſchen und bezüglich des Griechiſchen in einer jeden Claſſe, namentlich der unterſten Lehrſtufe, wo möglich dergeſtalt vertheilt werde, daß derſelbe ſich in den Händen eines einzigen Lehrers befinde; 2) daß ſowohl im Lateiniſchen als im Griechiſchen möglichſt wenige Schriftſteller neben einander geleſen werden, ſo zwar daß bei eintretendem Wechſel neben dem griechiſchen Proſaiker ein lateiniſcher Dichter oder umgekehrt neben dem lateiniſchen Proſaiker ein griechiſcher Dichter geleſen werde; 3) daß Geometrie und Arithmetik nicht neben einander,