Druckschrift 
1 (1869)
Entstehung
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Philologie. Nachdem Wagner im Jahre 1867 ſeiner Militärpflicht als einjähriger Freiwilliger genügt und im Sommer 1868 zu Marburg die Prüfung für Bewerber um ein höheres Lehramt beſtanden hatte, wurde er durch Beſchluß Königlicher Regierung Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen vom 29. Auguſt 1868 behufs Erſtehung ſeines Probejahres dem Gymnaſium zu Kaſſel zugewieſen. In ſeine hieſigen Functionen trat Wagner mit dem Beginn des Winterſemeſters am 13. Oktober 1868 ein.

Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 13. Oktober 1868 wurde der Gymnaſial⸗ praktikant Anſelm Braun mit Aushülfeleiſtung am Realgymnaſium zu Wiesbaden beauftragt. Er ſchied in Folge deſſen aus ſeinen hieſigen Functionen, in die er am 9. Merz 1868 eingetreten war*), am 14. Oktober 1868 wieder aus.

Mittwoch den 21. Oktober 1868 Mittags nach 12 Uhr ſtarb nach längerem Leiden der ordentliche Lehrer Dr. Friedrich Daniel Lotz in noch nicht vollendetem 58. Lebensjahre. Dr. Lotz hat von Michaelis 1837 bis Michaelis 1856 am hieſigen Gymnaſium, dann von Michaelis 1856 bis Oſtern 1866 am Gymnaſium zu Fulda und von da wieder am hieſigen Gymnaſium in den Gymnaſialdisciplinen der Mathematik, der Naturgeſchichte und der Geographie Unterricht ertheilt, wurde jedoch während der beiden letzten Jahre ſeiner Berufsthätigkeit durch Krankheit wiederholt in ſeiner Wirkſamkeit gehindert. Erit in pace memoria eius..

Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 16. November 1868 wurde der Real⸗ ſchulamtscandidat Karl Knoop proviſoriſch mit Aushülfeleiſtung am hieſigen Gymnaſium beauftragt. Derſelbe iſt geboren zu Kaſſel am 26. April 1848, beſuchte von Oſtern 1861 bis Oſtern 1863 die Real⸗ ſchule und von Oſtern 1863 bis Michaelis 1866 die polytechniſche Schule zu Kaſſel, ſtudierte dann von Michaelis 1866 bis Michaelis 1867 in Marburg Naturwißenſchaften und trat mit dem Beginne des Winterhalbjahrs 186768, nachdem er vor der Königlichen Prüfungscommiſſion zu Kaſſel das Examen ür Reallehrer beſtanden hatte, ſein Probejahr als Praktikant an der Realſchule zu Kaſſel an. Seinen hieſigen Unterricht in der Mathematik, Naturgeſchichte und Geographie begann er Montag den 23. No⸗ vember 1868.

An demſelben Tage, Montag den 23. November 1868 wurden auch die bisher von der Wetterauiſchen Geſellſchaft für Naturkunde benutzten Räumlichkeiten in der erſten Etage des Gymnaſialgebäudes, ihrer urſprünglichen Beſtimmung nach, dem Schulgebrauch wieder zugewieſen.

Durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 10. Februar 1869 wurde der beauf⸗ tragte Lehrer Dr. Albert Duncker zum oördentlichen Lehrer ernannt.

Das Jubiläumsſtipendium des Gymnaſiums zu Hanau hat der Secundaner W. Strauß, im Betrag von 91 Gulden, auch in dem Schuljahr von 186869 bezogen. Als weiteren Beitrag haben wir wieder mit Dank zu verzeichnen: 1 Gulden Jahresbeitrag für 1868 vom Gymnaſiallehrer Spangenberg.

Die von Sr. Majeſtät dem Könige, durch das Königliche Provinzial⸗Schulkollegium dem hieſigen Gymnaſium zugewieſene Gedächtnismedaille zur Feier der Enthüllung des Luther⸗Denkmals zu Worms erhielt der Oberprimaner J. Löber als Prämie.

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III. Statiſtiſche Aeberſicht. 4 A. Lehrer.

Das Lehrerperſonal des Gymnaſiums hat gegenwärtig folgenden Beſtand:

Director:

Dr. Karl Wilhelm Piderit, Ordinarius von Prima.

Ordentliche Lehrer: Dr. Wilhelm Fürſte nau, Ordinarius von Secunda. Dr. Konrad Fliedner. Dr. Reinhard Suchier. Friedrich Spangenberg, Ordinarius von Quarta. Otto Witzel, Ordinarius von Tertia. Dr. Albert Duncker, Ordinarius von Quinta..

*) Vgl. Programm des hieſigen Gymnaſiums von Oſtern 1868 S. 51.