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Religionslehre. Bibliſche Geſchichte des N. T. nach Zahn und Memorieren einer Anzal evangeliſcher Kirchenlieder, 2 St. w.(Pfarrer Sopp).
Geographie. Die Elemente der mathematiſchen und phyſikaliſchen Geographie; Ueberſicht von Europa, 2 St. w. im S.(GP. Braun). Aſien, Afrika, Amerika, Auſtralien, hydrographiſch und orographiſch im W.(BL. Knoop).
Naturgeſchichte. Botanik, 2 St w., im S. 1 Q.(Dr. Lotz); Beſchreibung einzelner Culturpflanzen, im S., 2. Q.(GP. Braun); Beſchreibung einzelner Säugethiere im W.(BL. Knoop).
Mathematik. Arithmetik: Reduction und Reſolution; die vier Species mit benannten Zalen, nach Schellen, 3 St. w.(Lehrer Zimmerman n).
Schönſchreiben. 2 St. w.(Lehrer Zimmmermann).
Geſang. Der evangeliſche Choralgeſang nach dem deutſchen evangeliſchen Kirchengeſangbuche. 4 St. w. (Geſanglehrer Eichenberg).
Leibesübungen(vorzugsweiſe der drei unteren Klaſſen), 2 St. w.(Turnlehrer Störger).
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II. Chronik des Gymnaſtums.
Der Curſus des Schuljahres 1868—69 begann am 20. April 1868.
Durch allerhöchſtes Reſcript Se. Majeſtät des Königs wurde im April 1868 der Königliche Landrath Friedrich Cornelius in gleicher Eigenſchaft nach Fulda verſetzt und ſchied in Folge deſſen aus der Königlichen Verwaltungs⸗Commiſſion des hieſigen Gymnaſiums, deren Mitglied er ſeit Mitte Merz 1853 geweſen war, aus. An ſeiner Stelle wurde durch Beſchluß Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen vom 8. April 1868 der von Culm hierher verſetzte Königliche Landrath Freiherr von Schrötter zum Mitglied der Königlichen Verwaltungs⸗Commiſſſion beſtellt.
Am 30. Merz 1868 wurde der beauftragte Lehrer Albert Duncker von der Landesuniverſität zu Marburg auf Grund ſeiner Diſſertation„Claudius Gothicus, ein Beitrag zur römiſchen Kaiſergeſchichte“ zum Doctor der Philoſophie promoviert.
Durch Reſcript des Herrn Ober⸗Präſidenten vom 18. Juni 1868 wurde der ordentliche Lehrer Dr. Karl Krauſe in gleicher Eigenſchaft an das Königliche Gymnaſium zu Rinteln verſetzt. Derſelbe iſt 8 Jahr, ſeit Oſtern 1859*) am hieſigen Gymnaſium thatig geweſen.
An ſeine Stelle wurde durch Verfügung Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schul⸗ ſachen vom 18. Juni 1868 der Gymnaſialpraktikant Chriſtian David Alfred Berlit mit Aushülfe⸗ leiſtung am hieſigen Gymnaſium beauftragt. Derſelbe iſt geboren zu Hersfeld am 18. Juni 1846, beſuchte von Oſtern 1854 bis Michgelis 1863 das Gymnaſium zu Hersfeid und widmete ſich auf der Univerſität zu Marburg dem Studium der Philologie. Nachdem Berlit im Auguſt 1867 zu Marburg die Prüfung für Bewerber um ein Gymnaſiallehramt beſtanden hatte, wurde er durch Beſchluß Königlicher Adminiſtration in Kurheſſen, Abtheilung des Innern vom 12. September 1867 dem Gymnaſium zu Hersfeld behufs Er⸗ ſtehung ſeines Probejahres zugewieſen, jedoch ſchon am 11. April 1868 durch Beſchluß Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen mit Aushülfeleiſtung am Gymnaſium zu Rinteln beauftragt. Seine hieſigen Functionen begann er nach den Sommerferien Montag den 27. Juli 1868.
Am 16. Juli 1868 ſtarb der Secundaner Johannes Knöll in noch nicht vollendetem 18. Lebens⸗ jahre, ein braver, treuer und frommer Schüler.
Durch Verfügung Königlicher Regierung, Abtheilung für Kirchen⸗ und Schulſachen wurde der beauftragte Lehrer Alfred Berlit behufs Ableiſtung ſeines Militärdienſtes zu Hersfeld als einjähriger Freiwilliger, von dieſer Beauftragung wieder entbunden und ſchied demgemäß bereits mit dem Schluß des Sommerſemeſters 1868 aus ſeinen hieſigen Functionen wieder aus.
Dagegen wurde durch Verfügung Königlichen Provinzial⸗Schulkollegiums vom 8. Oktober 1868 der Gymnaſialpraktikant Emil Ludwig Philipp Wagner mit Ausbülfeleiſtung am hieſigen Gymnaſium beauftragt. Derſelbe iſt geboren zu Kaſſel am 10. September 1846, beſuchte von Oſtern 1855 bis Oſtern 1864 das Gymnaſium zu Kaſſel und widmete ſich auf der Univerſität zu Marburg dem Studium der
*) Vgl. Programm des hieſigen Gymnaſiums v. 1860 S. 25.


