18. K. J. Hoffmann, Griech. Leſebuch. Berlin 1837. 8.(Auch A. Meineke mitgewidmet.)
19. Pinder und Brandes, Probe eines zum Druck be⸗ ſtimmten wiſſenſch. Verzeichniſſes der in der königl.
Bibliothek in Berlin vorhandenen Schriften über preuß.
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20. Klenze, Philologiſche Abhandlungen, herausgegeben von K. Lachmann. Berlin 1839. 8.(7 andern Berliner Gelehrten mitgewidmet.)
21. W. Reinhold, Chronik der Stadt Prenzlau. Prenzlau 1839. 8.
Geſchichte. Hiſtoriſche Litteratur von Pommern. Berlin 22. L. Schopen, Annae Comnenae Alexiadis l. XV.
1837. 8.
Bonnae 1839. I.(Auch J. Geel mitgewidmet.)
VI.
Aus zwei Aufzeichnungen von Karoline Milken über ihren Vater Johann Friedrich Auguſt Tiſchbein und über ihre eigene Jugendzeit.) [S. S. 10, Sp. 2, Anm. 5 u. 7.]
Was die äußere Erſcheinung meines guten Vaters angeht, ſo war er von mittlerer Größe und, ſeit ich ihn mir vorſtellen kann, etwas wohlbeleibt, was in ſeinen ſpäteren Jahren noch zunahm. Doch zeigte ſich in ſeiner Geſtalt eine ſehr gefällige Gewandtheit, er war, inſofern der Ausdruck für einen Mann paßt, graziös in allen ſeinen Bewegungen und konnte auch an anderen ungefüge Be⸗ wegungen nicht wohl leiden; ſo erinnere ich mich, daß er bei uns Kindern genau darauf achtete, wie wir Hände und Arme hielten, ob wir uns gerade trugen und auswärts gingen. Der Menſch, behauptete er, könne ſich gewöhnen
ohne alle Ziererei ſtets in anmutiger und würdiger Hal⸗
tung zu erſcheinen. Denn wie jeder wahrhaft gebildete Menſch die Sprache in ſeiner Gewalt haben müſſe, ſo ver⸗ möge man auch ſeinen Körper zu beherrſchen, daß er ſich
¹) Die nachfolgenden Aufzeichnungen der feinſinnigen Frau enthalten neben bedeutenden Ausführungen allerdings auch weniger wichtige Erinnerungen, die ich aber doch wegen der anſprechenden Art der Darſtellung und wegen des Intereſſes, welches die Schreiberin ſelbſt für manche Leſer bald gewinnen dürfte, nicht habe beſeitigen mögen; auch iſt die Kleinmalerei, in der z. B. das kleinſtädtiſche Leben der um hundert Jahre hinter uns liegenden„guten alten Zeit“ oder im Gegenſatz dazu die unſtäte Exiſtenz eines Porträtmalers von Beruf uns vor Augen tritt, nicht ohne Reiz; dagegen ſind viele Teile von beſonderem Wert für die Kenntnis ihres Vaters, eines der be⸗ deutendſten Porträtiſten ſeiner Zeit, über den ſehr wenig biogra⸗ phiſche Notizen an den betreffenden Stellen von Nagler, Seubert, der Allg. D. Biogr. u. a. vorhanden ſind; an manchen anderen Teilen, wie z. B. in der Schilderung des romantiſchen Treibens in Jena oder des Weimariſchen Kreiſes, ſowie einzelner Perſönlichkeiten, wie beſonders Auguſte Böhmer, oder in dem Kabinettsſtück über K. Mattei erheben ſich dieſe Erinnerungen der frühreifen Erzählerin zu einer wertvollen Quelle.
ſchicklich füge nach unſerm Willen, und ich meine, er hatte recht.
Der Vater hatte tiefblaue Augen, ſein Blick war be⸗ deutend, in der Regel ernſt, konnte aber ebenſo in ge⸗ winnender Freundlichkeit wie in ſtrengem Eifer aufleuchten. Seine Züge waren nicht ſchön, aber angenehm und trugen das Gepräge echter Herzensgüte. Sein eigenes Haar hatte er ſchon in der Jugend durch ſchwere Krankheit eingebüßt, weshalb er ſtets eine zierlich gepflegte und nach der Mode der Zeit friſierte Perrücke trug, die aber doch gepudert ſein mußte. Sein Anzug, der allerdings immer etwas hinter dem neuſten Schnitt zurückblieb, war ungemein ſauber und fein; ſelten trug er Stiefel, meiſt ſchwarzſeidene Strümpfe und Schuhe. Sein Anſtand war vornehm, man hätte ihn, wenn er in Geſellſchaft erſchien, für einen Prinzen halten können.
Seine Laune und gemütliche Stimmung hingen leider zu ſehr von ſeinem körperlichen Befinden ab und waren daher, weil er ſich oft krank fühlte, ſehr wechſelnd. Er konnte furchtbar heftig werden, bei dem geringſten Anlaß. So riß er einſt in einer ſolchen Aufwallung ſeine Nachtmütze vom Kopf und warf ſie nach der Mutter. Dieſe, gewohnt, ſeiner Heftigkeit mit großer Ruhe zu be⸗ gegnen, hob ſie auf und reichte ſie ihm freundlich wieder hin, worauf er herzlich lachte. Sein Zorn verrauchte überhaupt bald, und auch in der Hitze hatte ſein Benehmen nichts eigentlich Rohes; er war, möchte ich ſagen, anmutig im Zorn, und niemals entſchlüpfte ihm ein gemeines, häß⸗ liches Wort..
EinHauptzug ſeines Charakters war Großmut im aller⸗ weiteſten Sinne. Nach dem Tode ſeines Vaters, des Hof⸗ malers und Kabinetts⸗Sekretärs des Herzogs von Sachſen⸗


