Druckschrift 
3 (1896) Anhang
Entstehung
Einzelbild herunterladen

demie d. d. 26. Okt. 1819 enthält das Weſentliche, manche in das Archiv der Geſellſchaft aufgenommene Erinnerungen der Herrn Grimm, Delius, v. Aretin verdienen Rückſicht.

Den neu entworfenen Plan würde man einigen Göttinger Gelehrten und des ſüdlichen Deutſchlands zur Abgebung

88

ihrer Meynung mittheilen, und ſo über das Ganze einen

befriedigenden Schluß faſſen.

H. Vicepräſident von Aretin hat ſich freylich ſchwer

an vielen würdigen Männern verſündigt, unterdeßen hatten nach dem Urtheil unparteyiſcher Perſonen mehrere fremde

Gelehrte durch übermütiges Behandlen der Eingebohrnen

Veranlaßung zu der großen Erbitterung gegeben. Aretin beſitzt aber gründliche Geſchichtskenntniß, eine uner⸗ müdete Thätigkeit, ſeine und der bayriſchen Gelehrten Mit⸗ würknng iſt bey den großen Schätzen von Handſchriften, Urkunden in München u. ſ. w., bey der Gründlichkeit mehrerer von ihnen z. B. Feßmaiers, Gemeiners, unent⸗

behrlich. Die Charakterfehler des Präſidenten v. Aretin

werden durch die Milde, die Beſonnenheit, den Ernſt ſeines Bruders, des Bundestagsgeſandten, eines in Baiern geach⸗ teten und vielen Einfluß habenden Mannes unſchädlich ge⸗ macht. Die kritiſche Benutzung der Pariſer HdSchr. hat uns bereits befriedigende Reſultate geliefert, ſo ſind 70 noch ungedruckte Briefe des Petrus d. Vineis aufgefunden außer einer großen Menge Varianten, beydes erwarte ich, Ferner finden ſich die flores dictaminum M. P. d. Vineis, eine wichtige Sammlung von Briefformularen dieſes Staats⸗ ſecretärs, für die Kayſerliche Kanzelley; da aber zwey Handſchriften in Berlin vorhanden ſind, ſo wünſchte ich E. Wohlgebohren wären ſo geneigt, eine Abſchrift auf Koſten des Vereins davon zu veranſtalten, die ich nach Paris zur Vergleichung mit denen dortigen Handſchriften ſchicken würde.

Ferner haben wir einen Codicem epilſtolarem des

H. von

Biſchofs Thomas von Capua, eines vertrauten Geſchäfts-

mannes Friedrichs II. aufgefunden, der abgeſchrieben wird. Noch erlaube ich mir E. Wohlgeboren eine ganze Reihe von Wünſchen und Anträgen vorzulegen; 1) Daß das Berliner Munſct. des Petrus da Vineis mit der Baſeler Edition verglichen und die Vergleichung uns mitgetheilt werde.

2) H. Regierungsrath Delius in Wernigerode, bekannt

durch ſeine Beyträge zur Geſchichte deutſcher Gebiete,

iſt nicht ungeneigt Henricum d. Hervordia zu bear⸗

3)

4)

beiten, ich bitte daher, daß cd. 70 71. 71² der Berliner Bibliotheca mitgetheilt werden, da nach der uns gegebenen Verſicherung des Braunſchweiger Mi⸗ niſteriums die HdSch. der Helmſtädter wird verab⸗ folgt werden.

Herr Landgerichtsaſeſſor Wigand in Corvey iſt durch ſeine Corveyſche Geſchichte als gründlicher Geſchichts⸗ forſcher bekant, er iſt auch geneigt Witekind zur Be⸗ arbeitung zu übernehmen, nur entziehen ihm ſeine Berufsgeſchäfte alle Zeit, man hatte ihm Hoffnung zu einer Anſtellung als Archivar in Coeln oder Münſter gegeben, noch iſt ſie nicht erfolgt.

Im Collegio Amploniano ad Portam Coeli zu Er⸗ furt befindet ſich, nach der Verſicherung des H. Pro⸗ feßor Mathiae in Erfurt, eine große Sammlung von Handſchriften, deren Unterſuchung alle Aufmerkſamkeit verdient, vielleicht entdeckt man eine Handſchrift des Lambertus Schaffnaburgensis, deſſen Continuator ein Erfurtiſcher Mönch bekanntlich war. Sollte Reg. Rath Hahn, mir nur bekannt als Verfaßer von Kinder Schriften, zu Unterſuchungen dieſer Art die nöthige Kentniß und Fertigkeit im Leſen alter HdSch. haben, ſo könnte ihm das Miniſterium wohl den Auftrag geben.

5) Von H. P. Stenzel habe ich auf mein Schreiben

6)

7)

8)

d. d. April keine Antwort erhalten.

H. P. Sartorius hat die Ausgabe von Cassiodor, Jornandes und Paulus Diaconus wegen der Fort⸗ ſetzung ſeiner hanſeatiſchen Geſchichte abgelehnt. Sollte ſich nicht auf den Preußiſchen Univerſitäten ein junger Gelehrter finden der es unter Leitung des H. von Savigny unternähme? Die Pariſer Handſchriften dieſer Autoren werden jetzt bearbeitet und würden auf Erfordern mitggetheilt.

H. Dr. Pertz iſt bereits vor drey Wochen nach Wien abgegangen.

Es iſt zu bedauern daß H. P. v. Raumer in Breslau nicht an der Ausgabe der Quellenſchriftſteller be⸗ ſtimmten Antheil nimmt.

Mit den Geſinnungen der vollkommenſten Hochachtung

habe ich zu ſeyn die Ehre

E. Wohlgeboren Ergebenſter K. F. v. Stein.