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Den freundlichen Geschenkgebern spricht der Unterzeichnete auch an dieser Stelle den herzlichsten Dank aus.
VI. Stiftungen und Unterstützungen für Schüler.
Die Schulgeldbefreiungen betrugen 10%: Das Schulgeld war 19 Schülern ganz und 3 halb erlassen; die erlassene Summe betrug 1935 M.
Die Zinsen der 1890 von früheren Schülern der Anstalt begründeten Jubiläums- stiftung werden zu Ostern d. J. zum siebenten Male verteilt werden.
Die Stiftung des verstorbenen Oberlehrers Wessel, welcher schon im vorigen Jahre Erwähnung gethan wurde, hat nunmehr die vorgeschriebene gesetzliche Genehmigung erfahren. Die Zinsen werden im nächsten Schuljahre zum ersten Male zur Verteilung ge- langen. In pietätvoller Erinnerung an den edlen Wohlthäter der Anstalt möge zunächst die Stittungsurkunde hier eine Stelle finden.
„Ich habe bei dem hiesigen Bankhaus J. C. Plaut& Co. Wertpapiere im nominalen Wert von 6000 Mark „»deponiert und vermache dieselben der Stadt Eschwege für deren Realschule unter dem Namen der»Ober- »lehrer Wesselschen Stiftung« mit der Bestimmung, dass dieses Kapital zu keinem andern Zwecke ver- »wendet werde und nur die jährlichen Zinsen davon in folgender Weise angewendet werden. Ich bestimme einen »Teil der Zinsen zu einer vollen Freistelle für einen würdigen, die hiesige Schule besuchenden Schüler aus »meiner Familie, einen andern für eine volle oder zwei halbe Freistellen für einen oder zwei fleissige »vund sich gut betragende irgendwelche andere Schüler, und zwar so lange, als sie sich dieser Vergünstigung nicht »vunwürdig machen. Sollte kein Schüler aus meiner Familie die Schule besuchen, so soll der entsprechende Betrag veinem die Universität oder eine höhere Schule besuchenden Jüngling aus meiner Familie, besonders wenn er „»Schüler der Eschweger Schule war, zugewiesen werden, und wenn auch ein solcher nicht vorhanden, so soll dieser »Betrag zu einer vollen oder zwei halben Freistellen für andere würdige und bedürftige Schüler verwendet werden.
»Die Verleihung der Freistellen soll in den Händen des Direktors der Anstalt, des Herrn Superinten- »denten und des Herrn Bürgermeisters liegen. Von dem Uberschuss der Zinsen sollen alljährlich Ostern „20— 25 Mark zur Anschaffung von wertvollen Büchern verwendet werden, welche an diejenigen Schüler der »Anstalt verteilt werden sollen, die sich im Laufe des Schuljahres durch Fleiss und gutes Betragen am meisten den »„Beifall ihrer Lehrer erworben haben. Ich wünsche, dass höchstens 4— 5 Schüler mit Büchern beschenkt werden, »weil dann auch wertvolle Bücher gekauft werden können, welche die Schüler sich schwerlich würden anschaffen »können, und die sie um so mehr schätzen werden. Die Wähl der Schüler soll immer vom Lehrerkollegium in »gemeinsamer Beratung getroffen werden, ebenso die Auswahl geeigneter Bücher, die dann durch den Vermerk:
»»Preis für Fleiss und gutes Betragen aus der Oberlehrer Wesselschen Stiftung dem
„»Schüler N. N. der N. N. Klasse zuerkannt vom Lehrerkollegium der Friedrich-Wilhelms-
„»Schule zu Eschwege«
»kenntlich zu machen und bei der Jahresschlussfeierlichkeit auszuteilen sind.
„Die etwa noch bleibenden Uberschüsse mögen aufgespart werden, bis sie zu einer halben Freistelle ausreichen.
„Ich wünsche durch diese Stiftung einesteils den Schülern der Anstalt eine Ermunterung zu Fleiss und „gutem Betragen, andernteils unbemittelten Eltern und solchen meiner eigenen Familie eine Beihülfe zur Erziehung »ihrer Söhne zu geben.
»Möchte diese wohlgemeinte Stiftung mit Gottes Hülfe ihre Absicht erreichene-
Eschwege, im Juni 1896. gez. C. Wessel, Oberlehrer a. D.
Aus dem vom Kreisausschuss gegründeten Kapital von 1000 M. für Pflege „der Jugendspiele sind die Zinsen für 1900 der Anstalt überwiesen worden.


