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2 (1901) Die Familien der ehemaligen unmittelbaren Reichsritterschaft in Schwaben, Franken und am Rhein / Edward Stendell
Entstehung
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der Untersekundaner Eduard Kaptuller und Hermann Gischler wurden die alt- niederländischen Volkslieder in der Bearbeitung von Kremser von dem I. Chor zu Gehör gebracht. Die geschichtliche Einleitung und den verbindenden Text gaben die Obertertianer Edmund Flemming und Alfred Schäfer. Die Einnahme wurde dem hiesigen Vaterländischen Frauenverein überwiesen.

Am 18. Januar 1901 beging die Anstalt unter zahlreicher Beteiligung seitens des Kuratoriums, der städtischen Behörden, der Eltern der Schüler und der Freunde der Anstalt die Zweihundertjahrfeier des Königreichs Preussen. Herr Oberlehrer Dr. Ritter hielt die Festrede.

Die Gedächtnisfeiern für die hochseligen Kaiser Wilhelm I. und Friedrich wurden, wie sonst, mit der Morgenandacht verbunden.

In der Wochenschlussandacht am 26. Januar gedachte der Direktor des bevor- stehenden hohen Geburtstages Seiner Majestät des Kaisers und Königs.

Die schriftlichen Arbeiten für die Osterprüfung wurden vom 11. bis 13. Februar angefertigt; die mündliche Prüfung fand unter dem Vorsitz des Königlichen Provinzialschulrats Herrn Dr. Paehler am 15. Februar statt. Herr Superintendent Wolff wohnte der letzteren als Vertreter des Kuratoriums bei.

Am 16. Februar fand in der Aula der Anstalt ein Recitationsvortrag des Herrn Professors René Delbost aus Paris statt, der sich reger Teilnahme seitens des hiesigen Publikums zu erfreuen hatte.

Der Gesundheitszustand der Lehrer und Schüler war in dem verflossenen Schuljahr im allgemeinen günstig. Nur in den letzten Wochen vor Weihnachten und in den ersten Wochen nach Neujahr beeinträchtigten Masern und Scharlachfieber den Unterricht besonders in den unteren Klassen. Von den Kollegen waren wegen Krankheit nur 4 an zusammen 43 Tagen zu vertreten; davon fielen nur 4 Tage auf das Winterhalbjahr. Aus anderen Gründen waren 4 Kollegen an zusammen 14 Tagen beurlaubt; am 1. Dezember, dem Tage der Volkszählung, fielen die Stunden zweier Kollegen aus, die an dem Zähl- geschäft beteiligt waren.