Druckschrift 
Beschluß
Entstehung
Einzelbild herunterladen

) 14(

Anmerk. Aus den§§. 56, 57 und 58 aufgeführ⸗ ten Beyſpielen ergiebt ſich, daß nedum bey zwey verneinenden Satzgliedern nicht zum Ausdruck ei⸗ ner Folgerung vom Größeren auf's Klei⸗ nere, bey einem negativen und affrmativen, oder bey zwey affirmativen nicht zur Bezeichnung einer Folgerung vom Kleineren auf's Größere gebraucht wird, weil man im erſteren Falle ne in- famia quidem, nedum suspicione adspersus, in den beyden letzteren aber deterritus, nedum excitatus, oder brutis, nedum hominibus ſagen müßte, welches Beydes der§. 54 von nedum auf⸗ geſtellten Regel zuwider ſeyn würde.

Nur Schriftſteller der frühſten Zeit, wie Terenz, oder ſolche, die dem ſilbernen Zeitalter nahe ſind, wie Livius, oder die demſelben wirklich angehören, wie Sueton, Quintilian und Seneca, weichen von dem Gebrauche, welchen die Schriftſteller der beſten Zeit, beſonders Cicero, und in den meiſten Fällen auch die ſpäteren ſelbſt mit nedum beobachten, und welcher§. 54 als Regel aufgeſtellt worden iſt, zuweilen ab, und wen⸗ den nedum ſowohl im Verneinungsfalle, um eine Fol⸗ gerung vom Größeren auf's Kleinere auszudrücken, als im Bejahungsfalle zur Bezeichnung einer Folgerung vom Kleineren auf's Größere an. So ſagt z. B. Terenz, Heaut. III. 45: Satrapes nunquam ejus sumtus suf- ferre queat, nedum tu possis, für: uon modo non tu, sed ue Satrapes quidem;, Livius, IX. 18: Re- ferre in tanto rege piget adulationes, etiam victis Macedonibus graves, nedum victoribus, für: etiam