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3 (1874)
Entstehung
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37 Gehorſam ſtanden ſie alle, die mutigen Zeugen und Bekenner bis auf unſern theueren Gottesmann Luther und die in ſeinen Fuß⸗ tapfen giengen.

Oder was war es, was dieſen Luther vor Kaiſer und Reich zu Worms, oder in noch ſchwererem Kampfe dort in Marburg im Jahre 1529 dem damaligen Rationalismus gegenüber ſo feſt und ſtandhaft machte? was anders, als der unbedingte Gehorſam unter das unverbrüchliche Wort des Herrn Seines Gottes?

Dieſer Gehorſam iſt in der That der rechte Gehorſam, denn er geht aus dem Geiſt der Warheit hervor. Er wird nicht den willkürlichen und vergänglichen, ſchwankenden und unſicheren Zeit⸗ und Culturſtimmen geleiſtet, ſondern dem lebendigen Gott und Seinen ewigen heiligen und felſenfeſten Ordnungen. Er iſt getragen und beſtimmt von dem Worte der zwei Tafeln, die mit ihrer Klarheit durch alle Lande und alke Zeiten hindurchleuchten, durchdrungen und erfüllt von dem neuen Geſetz der Liebe zu dem, der uns zuerſt gel ebt und ſich ſelbſt für uns dahin gegeben hat. Es iſt in Warheit der eigentlich geiſtliche Gehorſam, der zuerſt nach Gott dem Herrn und Seinem geoffenbarten Willen aufſchaut und vor allem die Pflichten des Bundes zu erfüllen ſucht, in den der Friedefürſt aus Davids Stamm voller Gnade und Warheit die Seinigen zu ihrem ewigen Heile aufge⸗ nommen hat.

Aller andere Gehorſam hat weder Wert noch Beſtand, wenn er nicht aus dieſem geiſtlichen Gehorſam fließt. Er iſt die rechte Quelle für den Gehorſam, den das vierte Gebot von uns fordert, die rechte Quelle auch für den weltlichen Gehorſam.

Nur, wenn die Augen unſeres Geiſtes alſo erleuchtet ſind, daß wir die güldene Kette ſehen, die Gott der Herr ſelbſt den Eltern, die uns das Leben gegeben und erhalten haben, als die rechte Zierde der Ehren umgethan, nur dann erkennen wir erſt recht, was es heißt: du ſollſt Vater und Mutter ehren und haben den feſten Grund gewonnen, auf dem unſer Gehorſam ſich immer wieder von Neuem auferbaut.