26 in den Wolken des Himmels ſamt ſeinen Heiligen; auf den neuen Himmel und die neue Erde, auf die ewige Gottesſtadt und ihre Herrlichkeit, ſo werden von da her die Kräfte der zukünftigen Welt in uns hinüberſtrömen, zur Auferbauung unſeres inneren Menſchen, daß er wachſe und zunehme und zum Mannesalter Jeſu Chriſti heranreife.
Wo aber des Menſchen Seele auf dieſe Zukunftsdinge nicht zu ſehen, alſo auch von ihnen nichts zu lernen, aus ihnen nicht zu leben vermag;— wo Ziel und Siegeskrone nicht mehr leuchten, wo das dereinſtige Amt, von Gott dem Herrn erbeten, dir nicht mehr vor die Seele tritt, wo der Ernſt der Todesge⸗ danken dich aus deinem Schlafe nicht aufſcheucht, wo das Kreuzes⸗ zeichen in den Wolken und die Sonne der Gerechtigkeit, der Glanz Gottes, nicht in dein verſchloßenes Auge dringt: da geht es unfehlbar abwärts, die Finſternis wird immer größer, bis Alles von undurchdringlicher Nacht bedeckt iſt.
Es kommt bei Unzäligen endlich dahin, daß ſie von der warhaftigen Zukunft und von der Vergangenheit nichts mehr lernen, von ihren heilſamen Früchten nicht mehr leben wollen und ſich alſo damit ſelbſt die Quellen rechten Fortſchritts ab⸗ ſchneiden. Ja es tritt zuletzt beſtimmter und bewußter Abfall von dem geſchichtlichen Leben und Volksberuf, Träger des Evan⸗ geliums zu ſein, dann auch von den Gnadengütern und Gottes Verheißungen ein. Sie wollen nichts mehr wißen von deutſcher Treue und Dankbarkeit, von Ehrenhaftigkeit und Keuſchheit; nichts mehr davon hören, daß unſer Volk alles Herrliche und Große, das es je gehabt hat, lediglich und allein dem Herrn Chriſtus zu verdanken habe; ſich nicht ſagen laßen, daß wer den Glauben an Jeſus Chriſtus den Gekreuzigten und Anferſtandenen ver⸗ lengne, damit auch ſeines Volkes Ehre und Ruhm, Freud und Friede von ſich ſtoße.
Es iſt im Laufe der Jahrhunderte(wie der Herr ſelbſt es verheißen hat, daß es ſo kommen würde) das Unkraut reifer, die Scheidung ſchärfer geworden. Nicht ſowol gegen einzelne Punkte


