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3 (1874)
Entstehung
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verallgemeinert und den gegenwärtigen Stand anderer, und noch dazu wichtiger, höherer Lebensgebiete ganz unberückſichtigt läßt. Rühmt man die Erfindungen und Entdeckungen unſerer Tage, die chemiſch⸗phyſikaliſchen Unterſuchungen und Reſultate, das Maſchinen⸗ weſen nach ſeinen mannigfachen Verzweigungen, überhaupt die mechaniſchen Künſte und was man durch ſie alles ins Werk ſetzt, ſo wird dabei in der Regel der vorausgehenden Verdienſte früherer Meiſter entweder gar nicht oder doch meiſt mit ſehr geringſchätzen⸗ dem Urteile gedacht, als wäre es unſere Zeit allein, die alle dieſe großen Dinge lediglich durch die ihr beſonders eigenen Kräfte ins Leben gerufen habe; während es ſich doch bei nur einiger Beobachtung ſofort herausſtellt, daß die vielgeprieſenengroßartigen Schöpfungen faſt ſämtlich nur Fortſetzungen und Weiter⸗ bildungen ſchon lange zuvor begonnener, ja nicht ſelten relativ vollendeter Werke ſind.

Und wie man hier in der Ueberſchätzung der Gegenwart ſo weit geht, daß man ſie von den Verdienſten der Vergangenheit völlig losreißt, und in atomiſtiſcher Verirrung ihre Werke als plötzlich und mit einem Male aus dem Boden der modernen Zeit durch die ihr eigens innewohnende geniale oder koloſſale Triebkraft hervorgewachſen anſieht, ſteigert man andererſeits die Bedeutung der angeſtauntenWunder der Naturwißenſchaft und Mechanik dergeſtalt, daß man nach den überſchwänglichen Redensarten, wie wir ſie ſo oft hören müßen, wirklich glauben ſollte, nun ſei dem menſchlichen Geiſte, der an ſeinem Ziele angelangt, nichts mehr unerreichbar und der Punkt gefunden worden, den Archimedes vergebens begehrte, um die Erde aus ihren Angeln heben zu können. So hört man z. B. von den innerhalb ihrer Grenzen immerhin anzuerkennenden Entdeckungen der Chemie und Anatomie öfters nicht anders reden, als werde durch ſie nicht nur die wahre Pſychologie(die ſich aber freilich ſofort wieder ſelbſt negieren müße) erſt möglich gemacht, ſondern überhaupt eine gänzliche Um⸗ geſtaltung des menſchlichen Denkens und Begehrens und ſomit der geiſtigen und ſocialen Verhältniſſe der Menſchheit erfolgen.