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2 (1871)
Entstehung
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fittlichen Gebiete! Je höher einer ſteht, deſto tiefer ſein Fall; je wertvoller das anvertraute Gut, deſto folgenſchwerer ſein Verluſt. Brennt die Flamme des Glaubens nicht mehr in Eurem Innern, lodert fremdes Feuer in euerer Seele und könnt ihr die Gott wolgefälligen Opfer eines zerſchlagenen und gede⸗ mütigten Herzens nicht mehr mit freudigem Danke dem darbringen, der die Gefangenen frei macht und den Blinden das Geſicht gibt: dann muß es immer dunkeler und verworrener in euch werden; Warheits⸗ liebe und Treue, Gehorſam und Demut, Geduld und Barmherzigkeit, ſie ziehen eins nach dem andern ab, um die öde, kalte Todesſtätte den böſen Geiſtern des Unfriedens und der Selbſtſucht einzuräumen. Daß es dahin mit Keinem von euch kommen möge, iſt mein letzter Wunſch an euch. Gott bewahre

euch, daß ihr eueres Chriſtenſtandes nicht vergeßt; Er gebe euch erleuchtete Augen des Verſtändniſſes und rüſte euch mit den rechten Waffen zum rechten Chriſtenkampfe aus. Und wenn es dunkel um euch werden will und der Unglaube ſeine finſtern Schwingen um euere Häupter ſchlägt: dann fallet nieder auf euere Kniee und erhebet Herz und Hände zum Gebet und rufet den an, der auch für euch gekämpft hat bis zum Tod. Heil euch, wenn ihr Ihm dann aus treuem Herzen das Gelöbnis entgegenbringen könnt:

Mein Lebetage will ich dich

Aus meinem Sinn nicht laßen,

Dich will ich ſtets, gleich wie du mich,

Mit Liebesarmen faßen;

Du ſollſt ſein meines Herzens Licht,

Und wann mein Herz in Stücke bricht,

Sollſt du mein Herze bleiben;

Ich will mich dir, mein höchſter Ruhm,

Hiermit zu deinem Eigentum

Beſtändiglich verſchreiben.

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