Ihie ältere Erlanger Handschrift von Cicero de oratore(codex Erlangensis n. 76 oder Erl. I) enthält am Schluss, von Blatt 152— 161, eine Abschrift des kleinen rhetorischen Büch- leins, das unter dem Namen M. Tullii Ciceronis partitiones oratoriae oder de partitione oratoria dialogus bekannt ist, und zwar von derselben Hand und mit denselben Abbreviaturen*) geschrieben, wie wir beides in den ergänzenden Teilen des erwähnten codex Erlangensis von Cicero de oratore(dem s. g. Ergänzungscodex oder Erl. Ib**) wieder finden.
Die Handschrift ist nicht ganz vollständig; es fehlen, abgesehen von kleineren Auslas- sungen, die hernach näher bezeichnet werden sollen, zwei gröszere Stücke: nämlich 1) c. 6, 18 von coniunctis an bis 7,25 commutanda und 2) c. 15,56 von parentum bis 18,64 in obscuris. Sie gehört als solche, wie schon die Schriftzeichen beweisen, einer sehr späten Zeit an und ist der Unterschrift nach im Kloster Heilbronn von einem sonst unbekannten Abschreiber, Namens Heinrich Horn, geschrieben***). Zugleich ist sie entweder selbst zu praktischen Zwecken des rhetorischen Unterrichts bestimmt gewesen oder, was mir wahrscheinlicher ist, einer Handschrift entnommen, die einen solchen besonderen Zweck wenigstens mit berücksichtigt hatte. Darauf führt
*) So werden z. B., um nur einiges anzuführen, r oder die Silben mit r, die Endungen one, is und andere, m am Ende des Worts, ferner die Conjunctionen und Partikeln quom, quoniam, autem, aliquando, tum quasi, das Relativpronomen, mehrere Präpositionen, die 3 p. sing. des verbi substantivi und verschiedene andere Wörter abgekürzt geschrieben.
**) Vgl. meine Ausgabe von Cic. de oratore. 2. Aufl. Vorrede S. V. ***) Die Handschrift schliesst nämlich nach dem letzten Wort des Textes expecto mit: Vale. Amen. Liber sancte marie virginis(abbreviiert geschrieben). In haylsbrun. Henricus(abbr.) Horn.
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