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2 (1857)
Entstehung
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Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des lunern vom 29. April 1836 wurde der Gesang- lehrer am hiesigen Gymnasium Heinrich Lucan auf sein Nachsuchen von dieser seiner Gesanglehrer- stelle, die ihm seit Januar 1830 übertragen war, entbunden.

Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 8. Mai 1836 wurde der Lehrer an der höheren Mädchenschule dahier Nicolaus Eichenberg(geboren am 18. Ocetober 1827 zu Schlüchtern) zum Gesanglehrer am hiesigen Gymnasium bestellt, und in Folge dessen kurz darauf am 15. Mai in diese seine Functionen eingeführt.

Am 27. Mai 1836, Morgens um 8 ½ Uhr, starb in noch nicht vollendetem neunzehnten Lebensjahre ein hoffnungsvoller Schüler der Prima des hiesigen Gymnasiums, der schon frühe den Herren kannte und lieb hatte, Wilhelm Theodor Kunz von hier, in Folge eines längeren Brustleidens, das ihn schon seit dem Ende des Jahres 18355 an dem Fortbesuche des Gymnasiums verhindert hatte. Lehrer und Schüler des Gymnasiums begleiteten drei Tage darnach am 50. Mai, Morgens 9 Uhr, seine Leiche zum Grabe(Jerem. 51. v. 2. 5).

Am 20. August fand die Feier des Geburtstages Sr. Röniglichen Hoheit des Rurfärsten in der Aula des Gymnasiums Statt. Die Festrede über Landgraf Hermann den Gelehrlen hielt Dr. Vilmar.

Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 9. September 1856 wurde statt des, geit Mai 1850 einstweilen zum Turnlehrer bestellten J. E. Pelissier*), der schon bisher in den Turn- stunden mitwirkende Schreiblehrer K. Zimmermann(da das Bedürfnis zweier Lehrer für diesen Unterrichtszweig nicht mehr vorlag) nunmehr vom kommenden Sommerhalbjahr an mit der alleinigen Leitung des Turnunterrichts beauftragt.

Am 22. und 25. September 1856 wurde die gewöhnliche halbjährige nicht öffentliche Prüfung der Schüler gehalten.

Zugleich schied mit dem Schlusze des Semesters der Gymnasialpracticant A. Müller**) nach Be- endigung seines Vorbereitungsdienstes aus seiner bisherigen Stellung und wurde am 26. September 1856 aus seinen Functionen entlaszen, um sogleich als Lehrer an das Vitzthumsche Geschlechtsgymnasium zu Dresden, an dem er gegenwärtig thätig ist, überzugehen.

Durch allerhöchstes Rescript vom 11. September 1836 wurde der ordentliche Lehrer Dr. J. Fr. Lolz in gleicher Eigenschaft vom hiesigen Gymnasium(an dem er seit Herbst 1857, zuerst als Practicant bzw. beauftragter Lehrer, dann seit December 1841 als Hülfslehrer, zuletzt seit October 1846 als ordentlicher Lehrer thätig war***), an das Gymnasium zu Fulda versetzt.

Durch allerhöchstes Rescript von demselben Tage(mitgetheilt durch Beschlusz kurfürstlichen Mi- nisteriums des Innern vom 5. Oetober 1856) wurde der Lehrer an der hiesigen Realschule Dr. Konrad Fledner zum ordentlichen Lehrer am hiesigen Gymnasium allergnädigst ernannt. Derselbe ist geboren am 6. November 1809 zu Bruchköbel bei Hanau, besuchte später das hiesige Gymnasium und dann das zu Wetzlar, und studierte nach Beendigung seiner militärischen Laufbahn, von 1855 55 zu Marburg Mathematik und Naturwiszenschaften. Seit Ostern 1858 mit Unterrichtsertheilung an der Realschule zu Marburg beauftragt, wurde er am 16. Februar 1859 zum Hauptlehrer der damals neuzugründenden

*) Vgl. Progr. d. hies. Gymn. V. 1851, S. 31. **) Vgl. Progr. d. hies. Gymn. v. 1856, S. 38, 39. ***r) Vgl. d. Progr. d. hies. Gymn. v. 1843, S. 49 u. 1817, S. 55-