Druckschrift 
2 (1857)
Entstehung
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Schönschreiben mit Quinta zusammen 4 St. w.(Lehrer Zimmermann).

Gesang, der evangelische Choralgesang nach dem deutschen evangelischen Rirchen-Gesanghuche, 4 St. w(anfangs Gesanglehrer Lucan, hernach Gesanglehrer Eichenberg).

Leibesübungen(vorzugsweise der drei unteren Rlassen) im Sommer an 2 Wochentagen je 2 St. (Turnlehrer Pelissier).

II. Chronik des Gymnasiums.

Durch hohes Decret des k. k. österreichischen Ministeriums des Cultus und Unterrichts vom 5. Merz 1836 wurde der beauftragte Lehrer Dr. N. Schell zum wirklichen Lehrer am Gymnasium zu Triest bestellt, und in Folge dessen nach allerhöchster Entschlieszung vom 27. Merz 1836(mitgetheilt durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 15. April 1836) aus seinen hiesigen Functionen entlaszen. Von der philosophischen Facultät der Universität Freiburg nach Einreichung seiner Inaugu- raldissertationde agro Troezenis zuvor zum Doctor der Philosophie promoviert schied derselbe noch vor Beginn des neuen Schuljahrs vom biesigen Gymnasium, an dem er seit Ostern 1834*) in treuester Pflichterfüllung mit dem besten Erfolge thälig gewesen war.

Durch Beschlusz kurfürstlichen Ministeriums des Innern vom 17. Merz 1836 wurden die Gymnasial- practicanten Dr. Karl Heraeus zuletzt von Ostern 18353 bis zum Spätsommer 1854 an der Er- ziehungsanstalt zu Schnepfenthal, dann bis Herbst 1855 an dem Bender'schen Institut zu Weinheim, endlich bis Ostern 1856 als Lehrer am Vitzthumschen Geschlechts-Gymnasium zu Dresden thätig**) und Theodor Junghenn seit Ostern 1834 zu Schmalkalden Lehrer an einem Privatinstitut, das unter seiner Leitung stand*rx) mit Aushülfeleistung am biesigen Gymnasium beauftragt. Beide traten zu Anfang des Sommersemesters 1836, Dr. Heraeus am 8. April, Junghenn am 12. April ihre hiesigen Functionen an.

Am 24. Merz, dem zweiten Ostertage, nach 4 Uhr Morgens starb der ordentliche Lehrer am hie- sigen Gymnasium Dr. Theodor Gies im Beginn seines 46. Lebensjahres. Von einer Brustfellentzündung, an der er drei Jahre zuvor erkrankt war, hatte er sich zwar im Sommer 1835 wieder sichtlich erholt; späterhin aber traten die Folgen dieser Krankheit in immer bedenklicherer Weise hervor, bis zuletzt eine Lungenlähmung seinem Leben nach längerem Leiden ein Ende machte. Das Gymnasium verlor an ihm einen Mann, der seinem Berufe von ganzer Seele ergeben, während der siebenzehnjährigen Füh- rung des ihm anvertrauten Gymnasiallehramts an den verschiedenen Landesgymnasien zu Fulda, Rassel und Hanau sich durch Ernst der Gesinnung und strenge Gerechtigkeit ohne Ansehn der Person, wie durch die gröste Gewissenhaftigkeit und Diensttreue auszeichnete.

*) Vgl. Programm des hiesigen Gymn. v. 1855, S. 41. **) Ueber seine frühere Thätigkeit als Gymnasialpracticant bzw. Deauſtragter Lehrer am hiesigen und Kasseler Gym- nasium vgl. die Programme des hiesigen Gymn. v. 1847, S. 55 u. 1849, S. 47, und des Gymn. zu Rassel v. 1850 u. 1851, S. 139. ***) Ueber seine frühere Thätigkeit als Gymnasialpracticant bzw. beauftragter Lehrer an den Gymnasien zu Marburg und Rinteiln vgl. das Programm des Gymn. zu Marburg v. 1853, S. 43 und des Gymn. zu Rinteln v. 1854, S. 12. 7