festzuhalten sein, dass die Schüler„„teils durch diesen Unterrichtszweig speziell, teils auch durch den Lehrbetrieb in den übrigen Fächern dazu angeleitet werden sollen, nicht nur für jeden innerhalb ihres Gesichtskreises liegenden Gedanken mündlich wie schriftlich den angemessenen Ausdruck zu finden, sondern auch mit den Wörtern der Muttersprache einen dem Gebrauche der gebildeten Mehrheit sachlich entsprechenden und begrifflich einigermassen gegliederten Inhalt zu verbinden““. Dass der Unterricht in der Muttersprache ein reges und freudeerfülltes Verständnis für die Meister- werke unserer Litteratur wecken und pflegen will, wird kaum einer besonderen Erwähnung bedürfen.
Als Preis, der äusserlich an das Ende eines solchen Bildungsganges gesetzt ist, gilt die Berechtigung für den einjährigen Dienst.....“
Mit dem gemeinschaftlichen Gesang der beiden ersten Verse des Chorals:„Nun. danket alle Gott“ fand die erhebende Feier ihren. Abschluss.
Nachdem noch ein Rundgang zur Besichtigung der neu eingerichteten Schulräume unter- nommen, fand in Rumpfs Hotel ein Festessen statt, an welchem auch Se. Excellenz der Herr Minister, Se. Excellenz der Herr Präsident Oelze, die Mitglieder der Hohen Oberschulbehörde wie die Vertreter der Stadt teilnahmen.
B. Anderweitige Schulnachrichten.
Der Beginn des Unterrichts fand Mittwoch, den 1. Mai, statt.
Schon am 4. Mai konnte der Unterzeichnete dem Ordentlichen Lehrer Herrn Albert Meyer mitteilen, dass ihm von Sr. Hoheit dem Herzoge der Titel„Oberlehrer“ verliehen worden.
Am 18. Mai fuhren die Schüler der Klassen I, II und III in Begleitung mehrerer Lehrer und des Unterzeichneten nach Dessau, um der Aufführung des Volksschauspiels von Trümpelmann „Luther und seine Zeit“ beizuwohnen.
Der Nachmittagsunterricht musste am 29. Mai, am 4., 6. und 7. Juni der Hitze wegen ausgesetzt werden.
Am ersten Juni wurde Herr Dr. Menze zu einer achtwöchentlichen militärischen Übung eingezogen. Für die Vertretung wurde in der Weise gesorgt, dass Herr Oberlehrer Dr. Löwe den um zwei Stunden gekürzten französischen Unterricht in VI erhielt, Herr Geissler den in gleicher Weise gekürzten französischen Unterricht in V. Dafür übernahm. der Unterzeichnete die 2 St. Geographie des Herrn Oberlehrer. Dr. Löwe in III, Herr Hampel die 2 St. Geographie des Herrn Geissler in V, mit ihnen zugleich 1 St. Geschichte in derselben Klasse. Die vier deutschen Stunden in V mit dem Ördinariat erhielt Herr Naumann.
Am 4. Juni wurde der Höheren Bürgerschule die freudige Überraschung zuteil, die Büsten der Kaiser Wilhelm IL, Friedrich III. und Wilhelm II. vom Herrn Kommissionsrat E. Meyer als Geschenk zur Ausschmückung der Aula zu erhalten. Der Berichterstatter spricht auch an dieser Stelle den Dank der Anstalt aus.
Am 15. Juni unternahmen die einzelnen Klassen der Höheren Bürgerschule Ausflüge und zwar I—IV nach Ballenstedt, Sternhaus, Viktorshöhe, Teufelsmühle, Mägdesprung; V und VI nach Ballenstedt und dem Falkenstein.
An dem Tage des Einzugs und des festlichen Empfangs(6. Juli) Sr. Hoheit des Erbprinzen und Höchstdessen Gemahlin hatte der Unterzeichnete— Herr Gymnasialdirektor Nicolai war durch Erkrankung behindert— die Ehre, den Hohen Neuvermählten im Namen der Lehrerkollegien der beiden hiesigen höheren Lehranstalten durch Überreichung einer Adresse die unterthänigsten Glück-


