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1. Teil (1890) Camoes als Epiker : A. Allgemeiner Teil / Gotthold Menze
Entstehung
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ist es jemand geglückt, die eigentümliche Färbung, das eigentümliche Licht tropischer Gewässer und Länder so getreu zu schildern, uns Tropenluft und Tropenduft gleichsam atmen zu lassen.

Wir müssen uns hier auf diese kurzen Andeutungen beschränken, da im zweiten Teil bei der Sprache und dem Stile des Dichters ausführlich auch von den Beschreibungen und Schilderungen die Rede sein wird.

Wenn wir nun zurückschauend das bisher Gesagte überblicken, so wird es uns klar, dass Camöes unter den Epikern eine eigenartige und hohe Stellung einnimmt. Er verdankt dieselbe Vor- zügen, die ihn besonders auszeichnen. Er wählte als Vorwurf seines Epos einen echt nationalen Stoff, so dass er der Schöpfer eines wahren nationalen Kunstepos werden konnte. Anordnung und Behandlung des Stoffes lassen in ihm epischen Sinn und episches Geschick erkennen. Die eigenartige Auffassung seiner Aufgabe, das historische Werden, die Ruhmesgeschichte seines Volkes uns im Rahmen eines Epos vorzuführen, lässt seine Lusiaden hoch erhaben erscheinen über die gefeierten italienischen Ritterepen. Des Dichters glühender Patriotismus, sein tiefreligiöses Gemüt, verbunden mit echt historischem Sinne, sichern dem Epos dauernden Wert und unvergänglichen Reiz. Für die Gebildeten aller Nationen werden die Lusiaden stets bleiben ein Kunstwerk, eine meisterhafte epische Dichtung. Der Portugiese aber wird mit Recht von dem Epos sagen, wie der Greis in Ludwig Tiecks NovelleTod des Dichters:für uns Portugiesen muss es das Höchste und Begeisterndste sein, so lange nur noch in uns und unseren Enkeln ein redlicher Blutstropfe glüht, denn die Lusiaden sind für Portugal in Wahrheit, um mit Braga zu reden(Man. da hist. da litt. port. p. 298): o que nenhuma obra prima conseguiu ainda ser: 0 mais completo documento da vida de uma nacionalidade.