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2 (1889)
Entstehung
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Ludwig Thies, geb. den 3. Februar 1856 zu Rod am Berg(Obertaunuskreis), besuchte das Königl. Gymnasium zu Weilburg a. L., studierte in Bonn, Marburg und Berlin klassische Philologie und bestand im Mai 1885 zu Marburg die Prüfung pro facultate docendi. Nachdem er von Michaelis 1885 bis 1886 am Königlichen Friedrichs-Gymnasium zu Cassel das pädagogische Probejahr abgeleistet hatte und auf seinen Wunsch an derselben Anstalt bis zu Ostern 1887 als wissenschaftlicher Hülfslehrer weiter beschäftigt worden war, wurde er durch Verfügung Königlichen Provinzial-Schulkollegiums vom 14. Mai 1887 dem Königlichen Gymnasium zu Marburg als Hülfslehrer überwiesen. Durch Verfügung vom 2. April 1888 wurde er in gleicher Eigenschaft an das Königliche Wilhelms-Gymnasium zu Cassel versetzt.

Die Vertretung des Pfarrers Fürer durch den Kandidaten Wehmeyer blieb für das Sommerhalbjahr dieselbe wie im vorhergehenden Winter, Kandidat Schmitt blieb bis Michaelis als Probandus, als solcher trat zu Ostern ein Kandidat Thieme(vgl. d. vorj. Progr. S. 23), aufserdem trat als unbesoldeter wissenschaftlicher Hülfslehrer zu derselben Zeit ein Kandidat Stengel.

Am 16. Mai als am hundertjährigen Geburtstage Fr. Rückerts wurde des Dichters in entsprechender Weise in den einzelnen Klassen von den Ordinarien oder den Lehrern des Deutschen gedacht.

Am 29. Mai machten sämtliche Klassen der Anstalt unter Führung ihrer Ordinarien bei besonders günstigem Wetter Klassenausflüge.

Am 2. Juni besuchte Herr Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer den Unterricht der Kandidaten und Ostern neu zugegangenen Lehrer, ebenso den Unterricht der Kandidaten am 19. September.

Am 15. Juni fiel beim Eintreffen der Nachricht vom Tode Sr. Majestät des Kaisers Friedrich der Nachmittagsunterricht aus, am folgenden Morgen 11 Uhr fand eine Trauerfeier in der Aula des Gymnasiums statt, der auch Herr Geh. Regierungsrat Dr. Lahmeyer beiwohnte. Am 30. Juni bei Gelegenheit der allgemeinen Gedächtnisfeier für weiland Se. Majestät Kaiser Friedrich schilderte Oberlehrer Dr. Prätorius den Lebensgang und Charakter des hochseligen Kaisers.

Am 25. Juni fiel der Nachmittagsunterricht wegen Hitze aus.

Am 4. August fand die Vereidigung der Lehrer und Unterbeamten der Anstalt für Seine Majestät den Kaiser Wilhelm II. durch Herrn Geh. Regierungsrat Dr. Lah- meyer statt.

Am 7., 10. und 11. August besuchte Herr Generalsuperintendent Fuchs einige Unter- richtsstunden des evangelischen Religionsunterrichts.

Die Sommerferien dauerten vom 1. bis 29. Juli. In den letzten Tagen derselben machte der unterzeichnete Direktor in Begleitung einiger Lehrer mit dem Primaner-Gesangverein einen dreitägigen Ausflug an den Rhein.

Am 1. September fand die Feier des Sedantestes in der Weise statt, daſs die Lehrer und Schüler der Anstalt um ½ 11 Uhr mit Musik und Fahnen zur Dönche zogen, wo Erfrischungen geboten wurden, Spiele und patriotische Gesänge abwechselten und der Direktor eine Ansprache über die Bedeutung des Tages an die Schüler hielt.

Die schriftliche Maturitätsprüfung für den Michaelistermin fand statt in der Zeit vom