Druckschrift 
2 (1889)
Entstehung
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als Oberlehrer an das neue staatliche Gymnasium zu Frankfurt a. M., Hülfslehrer Degenhardt ebendahin als wissenschaftlicher Hülfslehrer, Dr. Knabe, der in sehr bereitwilliger Weise seit Anfang Juni 1887 uns im Unterrichte ausgeholfen hatte(vgl. vorj. Progr. S. 21 f.), war schon von Anfang Februar vor. J. als ordentlicher Lehrer an der hiesigen Realschule angestellt und schied infolge dessen zu Ostern von uns. Dr. Krüger trat nach Vollendung seines pädago- gischen Probejahrs bei dem hiesigen 83. Infanterieregimente ein, um seiner einjährigen Dienstpflicht zu genügen.

Am 24. März fand auch die Vereidigung der Lehrer und Unterbeamten der Anstalt für Se. Majestät den Kaiser Friedrich durch Herrn Geh. Regierungsrat

Dr. Lahmeyer statt. Durch Verfügung vom 30. März wurde der ordentliche Lehrer O. Manns zum etats-

mälſsigen Oberlehrer ernannt. Das neue Osterschuljahr wurde Montag den 9. April, nachmittags 3 Uhr, mit einer

gemeinsamen Audacht eröffnet, die neu eingetretenen Lehrer vorgestellt und 65 neuaufgenommene

Schüler auf die Schulgesetze verpflichtet.

Als ordentliche Lehrer wurden von Ostern ab am Wilhelms-Gymnasium angestellt die an dasselbe berufenen Lehrer Dr. Rost und Dr. Schmitt und der bisherige Hülfslehrer an demselben Sunkel, als wissenschaftlicher Hülfslehrer trat ein Thies.

Friedrich Adalbert Rost, geboren am 28. November 1844 zu Erfurt, erhielt seine wissenschaftliche Vorbildung auf der dortigen Realschule 1. Ordnung und studierte dann von Ostern 1863 bis 1867 Chemie, Mathematik und Naturwissenschaften zu Halle, Bonn und Heidelberg; hier wurde er zum Dr. philos. promoviert. Bis zum 1. April 1870 war er als Assistent an der agrikultur-chemischen Versuchsstation zu Halle, bis Ostern 1871 als wissenschaftlicher Hülfslehrer an der Realschule 1. Ordnung zu Osnabrück beschäftigt. Eine schwere Erkrankung nötigte ihn diese Stellung aufzugeben; nach wiedererlangter Gesundheit übernahm er am 1. September 1874 die Stelle des ersten Assistenten am chemischen Laboratorium des landwirtschaftlichen Instituts der Universität Halle, welche Stellung er am 1. Oktober 1876 mit derjenigen eines Lehrers für Chemie und chemische Technologie an der damaligen Königlichen Höheren Gewerbeschule zu Cassel vertauschte. Nach Auflösung letztgenannter Anstalt wurde er am 1. April 1888 an das Königliche Wilhelms-Gymnasium versetzt.

Ernst Sunkel, geb. den 17. Juni 1858 in Hersfeld, besuchte das Gymnasium seiner Vater- stadt, darauf die Universitäten zu Leipzig, Marburg und Straſsburg, um Philologie und Geschichte zu studieren. In Straſsburg bestand er Juli 1882 das Examen pro facultate docendi, leistete von Herbst 1882 an der Realschule zu Cassel das Probejahr ab und war zugleich bis Ostern 1884 als Hülfslehrer daselbst thätig. Herbst 1884 bis Ostern 1885 besuchte er die Turnlehrerbildungsanstalt zu Berlin und wurde Ostern 1885 als Hülfslehrer am Friedrichs-Gymnasium zu Cassel, Ostern 1886 als Hülfslehrer am Wilhelms-Gymnasium daselbst angestellt.

Heinrich Schmitt, geb. am 14. März 1861 zu Münster im Oberlahnkreis, besuchte das Gymnasium zu Wiesbaden von Ostern 1870 79 und studierte darauf von Ostern 1879 83 in Leipzig klassische Philologie, Deutsch und Geschichte. Auf Grund seiner Dissertationquaestiones chronologicae ad Thueydidem pertinentes erlangte er im November 1882 die philosophische Doktorwürde; im Mai 1883 bestand er das examen pro facultate docendi. Darauf legte er Herbst 1883 84 an dem Gymnasium zu Wiesbaden sein Probejahr ab. Nach einer vorübergehenden Beschäftigung am Fürstlich Waldeckschen Gymnasium zu Corbach kehrte er an das Gymnasium zu Wiesbaden zurück und war dort von Herbst 1884 bis Ostern 1888 als wissenschaftlicher Hülfslehrer thätig. Im Programm dieser Anstalt vom Jahre 1887 hat er eine AbhandlungVersuch einer Geschichte der Hilde-Kudrunsage veröffentlicht.