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2 (1889)
Entstehung
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sind an Gröſse und Mut im Kampfe mit wilden Tieren den andern Hunden überlegen. Sie eigneten sich darum besonders gut zur Bewachung von Haus und Hof(Alciphr. 3, 47: 20νες 0lroνοοο τἀααοοσοετα εαeiς ννν ναην MOlorroi), zum Schutz der Herden gegen Raubtiere(Horaz Ep. 6, 5: amica vis pastoribus) und zur Jagd auf diese. Da Kerberus ein Hund des Molosserkönigs Aidoneus gewesen sein soll(Plut. Thes. 31), haben wir viel- leicht in dem zottigen, wolfshundähnlichen Kerberus der Vasengemälde(bei Ingh. II, 136 u. a. a. O.) den Typus des schweren molossischen Hirtenhundes zu sehen.

Von den andern Hunden, die Xenophon zur Saujagd verwandt wissen wollte, sind wir den lakonischen schon auf den Bildern der Eberjagden begegnet. Sie dienten dabei vornehmlich als Leithunde.

Auf zweien dieser Gemälde sehen wir aber auch Hunde, die der Maler sicher durch ihr geflecktes Fell von andern unterscheiden wollte:

A. V. Taf. 235. Kalydonische Jagd des Glaukytes und Archikles mit 6 Hunden. Fig. 2 zeigt einen derselben mit dem beigeschriebenen Namen Aetzos, der von hinten auf einen Keiler gesprungen ist und sich im Kamm hinter dem Gehör festzubeiſsen sucht. Seinen Namen trägt der Hund von einem groſsen weiſsen Flecken am Schulterblatt.

An die Färbung des Hundes Leukios auf Taf. 235 erinnern zwei Hunde eines Bildes der kalydonischen Jagd auf einer südetrurischen(aus Volci oder Caere stammenden) Vase bei Gerhard, Etrurische und Campanische Vasenbilder Taf. X, 4. Sie erscheinen auf dem Gemälde schwarz mit weilſsen Abzeichen an Läufen und Rumpf; Fig. 2a zeigt den einen derselben, der wie der Hund auf 235 sich auf dem Rücken des Keilers festbeiſst. Ein dritter Hund ist einfarbig schwarz. Denn die braune Färbung des Halses ist bei diesem und den andern beiden ebensowenig als die natürliche anzusehen, wie die der Kammborsten des Ebers; vielleicht sollen dadurch die sich um den Hals sträubenden Haare oder nur die gröſsere Länge derselben angedeutet werden.

Die lakonischen waren einfarbig oder hatten höchstens im Gesicht andersfarbige hervorsprossende Haare; als Lakonen können also diese an Läufen und Rumpf weiſsgefleckten Hunde, die jedesmal der Sau von hinten auf den Rücken gesprungen und so als Saupacker gekennzeichnet sind, nicht angesprochen werden. Auch der Körperbau erscheint schwerer, der Rumpf länger, der Kopf nicht so spitz und die Läufe kürzer. Wir haben in ihnen also sicher eine besondere Rasse zu sehen. Aber dabei müssen wir auch stehen bleiben. Doch ist es möglich, daſs wir in diesen Tieren sogenannte indische Hunde sehen, von denen Xenophon sagt, daſs sie stark, groſs, schnellfüſsig und mutig seien ³⁰) und von denen sonst gerühmt wird, daſs sie sich an die stärksten Tiere wagten und fest in dieselben verbissen ³¹). Mit diesen Eigenschaften waren sie zu Saupackern ganz wie geschaffen. Wir lesen von ihnen sonst bei Aristoteles¹²), daſs sie von Tigern und Hunden stammen sollten, und wie die rote Farbe lakonischer Hunde die Mär einer Kreuzung von Hund und Fuchs

³⁰) 9, 1. ³¹) Klian, Tiergesch. 4, 19. Vgl. auch die fabelhafte Erzählung 8, 1. ³²) h. a. 8, 167.