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1 (1888)
Entstehung
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in Europa in der historischen Zeit bis zum Untergang des röimschen Kaiserreiches nicht nachweisen läſst; auch in den Überresten vorhistorischer Zeiten werden keinerlei Damhirsch- geweihe in Europa gefunden. Keller vermutet, dals das Wild zuerst über Byzanz als Ge- schenk in die Parks abendländischer Fürsten gekommen und von der Zeit an als Jagdtier eingebürgert sei. Wenn daher ein griechischer Schriftsteller von Hirschen spricht, so ist in der Regel der Rot- oder Edelhirsch darunter zu verstehen. Dieser war in Griechenland zahlreich vertreten. Auf den Bergen Achaias an der Grenze Arkadiens ¹⁸), in Arkadien selbst ¹⁹), auf der Pholoe bei Skillus in Elis²o), auf dem ganzen Taygetus in Lacedämon ²²) ist sein Vorkommen bezeugt. Daſs nur der Edelhirsch im eigentlichen Hellenenlande in der alten Zeit lebte, dafür stimmen nicht nur die ältesten europäischen Vasenbilder, die im Gegensatz zu den Produkten asiatischer Fabriken den Edelhirsch zeigen, ²²) sondern auch plastische Denkmäler von zweifellos europäischer Erfindung²³). Dagegen war der Damhirsch dem kleinasiatischen Griechen wohlbekannt. Demgemäſs finden wir ihn einmal in der Odyssee unter dem Namen ο erwähnt ²⁴). Die gewöhnliche Annahme, 0 bedeute das Reh, wird durch Keller, wie es mir scheinen will, endgültig widerlegt. Er macht darauf aufmerksam, daſs eine Insel bei Kyzikos, deren Münzen in unverkennbarer Weise den Dam- hirsch zeigen,²*) den Namen IIooxννοσοσοα, d. h. also Damhirschinsel(wie AIoπεεεανννσοο die Fuchsinsel) führte, und daſs die Verwendung des Wortes 8 für den Damhirsch durchaus passend ist, da es eigentlichgesprenkelt bedeutet ²⁶). Andererseits führte jene kleinaſiatisch- griechische Insel auch den Namen fAα σωσοε d. i. Hirschinsel. Elaoos wurde also zum wenigsten bei den kleinasiatischen Griechen auch für den Damhirsch gebraucht, dient aber zumeist zur Bezeichnung des Edelhirsches, so daſs es geradezu dem§= Damhirsch ent- gegengestellt wird. Vgl. Anm. 46. Bei Aristoteles ²⁷) wird auch eines dναeπωεα gedacht. Dals hiermit nicht der Hirsch in einer bestimmten Altersstufe gemeint ist(etwa Spieſser von dr, die Spitze), sondern der Edelhirsch überhaupt, erhellt aus der Bemerkung, er habe seine Galle am Schwanze, der andere Hirsch aber nicht, da der Damhirsch im Gegensatz zum Rothirsch nicht mit Schwanzdrüsen versehen ist. In dem dxaiiun« sieht Keller mit Sundevallden aus der Landschaft Achaia in Griechenland stammenden Hirsch und dem- nach den dem europäischen Griechenland angehörigen gegenüber dem asiatisch-griechischen Damhirsch²s). Der Kuchen aus Mehl, Honig und Sesam, der in späterer Zeit in Attika statt der früheren wirklichen Hirsche an den Elaphebolien geopfert wurde und wohl noch durch seine Form an den aufgegebenen Gebrauch erinnerte, hiels εαροσς ²⁵). Desgleichen hieſs dxaiiwn, eine Art groſsen Gebäcks, das zu den Thesmophorien gebacken wurde ³⁰) und viel- leicht auch die Hirschform zeigte.

18) Paus. 7. 18. 12. ¹3) Hyg. fab. 99. ²⁰) Xen. Anab. 5. 3. 10; Paus.5. 6. 6. 21¹) Od. 6. 104; Paus. 3. 20. 5. 2²²) Keller, p. 351. Anm. 43. ²³)a) Kellers Worte p. 80. ²⁴)-0» d(AOyO) Ir⁴οο⁵νεων dytvενοσντ νέοι έέν⁴οεε lyæꝭ ν dyοοτεοασς ε*αμιοτας ⁵ε 1ανς. ²⁵) Abbildung p. 77. no. 20. ²⁶) Fick, vergleichendes Wörterbuch 119. ²⁷) h. a. 2. 11. 5. ²s) Keller, p. 78 u. 91. Sundevall, Die Tierarten des Aristoteles, p. 68. ²⁹) Athen. 14. p. 646. ³⁰) Athen. 3. 109.