11
giebt, während später auch die Namen der einzelnen Teilnehmer genannt werden, wächst im Laufe der Zeit immer mehr, da jede Landschaft bei der gefeiertsten Jagd vertreten sein wollte. ²*) Um den kalydonischen Helden Meleager, dessen Name(von 1εε und eνν„dem die Jagd am Herzen liegt“ geradezu den Jäger bedeutet, ²¹) scharen sich die Thessaler Peirithoos aus Larisa, Admet aus Pherae, Jason aus Jolkos, der Phthiote Peleus, die Testiaden Toxeus und Plexippos aus Pleuron in Aetolien, Jphikles und Jolaos aus Theben, Theseus aus Athen, Telamon aus Salamis, Phyleus aus Elis, Lynkeus und Jdas aus Messene, Kastor und Polydeukes aus Lakedämon, Ankäos und in strahlender Schönheit die schnell- füſsige Jägerin Atalante aus Arkadien und viele andere. Und als das Tier erlegt ist, da entbrennt der hitzige Streit um den Ehrenpreis, die Haut und den Kopf, und steigert sich bei Homer zum Krieg zwischen den Kureten von Pleuron und den Aetolern von Kalydonss), in späterer Fassung zum Verwandtenmord. Diese Siegesbeute des Ebers wurde für. würdig erachtet als Reliquie zu Tegea in Arkadien im Tempel der Athena Alea, an dessen vorderem Giebelfeld eine Darstellung der Jagd selbst prangte,²6) aufbewahrt zu werden, und Augustus entführte von da nach der Schlacht bei Aktium die Hauer nach Rom,²) während ihm die infolge des hohen Alters borstenlose Haut ²⁸) des Mitnehmens wohl nicht mehr wert schien. Die Haut und der Kopf mit dem Gewehr ist auf dem Gemälde einer archaischen Amphora in München ²⁹) abgebildet, und die ganze Darstellung deutet hin auf einen Ringkampf der Atalante mit den Jägern nach ebenbeendeter Jagd um eben diesen Preis, der in der Mitte des Bildes aufgehängt scheint. Atalante und Mopsos sind sich mit ineinander verschränkten Händen gegenseitig zugewandt, Peleus und andere stehen als Zuschauer zu beiden Seiten der Ringenden. Die Jagdspeere in den Händen einiger der Umstehenden sprechen für diese Auffassung. ¹⁰) Die Eberjagd galt jedenfalls wegen ihrer Gefahren als eine der ehrenvollsten Arten der Jagd, und darum nimmt die kalydonische Sage im Vorstellungskreis des Altertums von der frühesten bis in die späteste Zeit eine so hervorragende Stelle ein und Dichter und bildende Künstler jeder Art widmeten ihr ihre Kunst Stesichorus dichtete ein Stück„die Eberjäger“(d α εmηοα³¹) das diesen Stoff behandelt zu haben scheint, eine bildliche Dar- stellung fand sich am Thor von Amyklae,²) eine andere des Pariers Skopas im vorderen Giebelfeld des Athenatempels zu Tegea,³) ein älterer unbekannter Bildner des 4. Jahr- hunderts lieferte ein schönes Reliefbild derselben in Terrakotta, das auf Melos gefunden
2³) Paus. 8. 45. 6 f. Apollod. 1. 8. 2. Philostr. iun. 15. Ov. Met. 8. 300 f. Hygin. f. 174 und die Beischriften der unten genannten Vasengemälde. ²⁴) Anders Eurip. in Et. M. 576. 30(fr. 521): Meléxyos, 1eεleν„αἀο ν dοsdες dyοœeς, der in ihm also den Jäger der unheilvollen(uε1ειος) Jagd sieht. ²⁵) II. 9. 547:)*ꝗ%(AOrενμιιςε) ³εα mαμάος εε ονν ναμ‿ιdον να dντν G2.νφ⁷ο⁹ςσ veαsh εκαχ*ν ⁶εσιιιασιε‿ατõwν,] Kouwo*ενν τε ⁴εοαν mτα diτυ⁴μνν ενανν⁶τνααν⁄ 2²⁶) Paus. 8. 45. 6 f. ²7) 46. 1. ²⁸) 47. 2. ²⁰⁹) Gerhard, A. V. 237. Muséum étrusque no. 530. ³⁰) Gerhard III, p. 159. Anm. 23 will darin eher einen Kampf bei den Leichenspielen des Pelias sehen, wie auf dem ähnlichen Vasengemälde auf Taf. 177. ¹³¹) Ath. 3. 95. d. ³²) Paus. 3. 18. 15. ³⁵³) 8. 45. 6.


