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Marburg versetzt. Die Anstalt verlor an ihm einen eben so kenntnissreichen als gewandten Lehrer. Ihn begleiteten, als er von hier schied, wo er seit dem Jahre 1824 gelebt und am Gymnasium gewirkt hatte, die aufrichtigsten Segenswünsche seiner Collegen und zahl- reichen Freunde.— Durch höchstes Rescript vom 7. April wurde der Hülfslehrer Dr. Hup- feld vom Casselschen Gymnasium in gleicher Eigenschaft an das hiesige versetzt. Am 20. April, dem Tage seiner Einführung, begann zugleich die amtliche Thätigkeit desselben.
In Gemässheit hohen Ministerial-Beschlusses vom 4. April wurde die an das Gym- nasialgebäude grenzende Wohnung des ehemaligen botanischen Gärtners, welche bis zu ihrem Tode die Wittwe desselben im Besitz gehabt hatte, der Verwaltungs-Commission des Gymnasiums überwiesen, um dieselbe hauptsächlich für die Aufnahme der beiden Realclassen, die bisher in einem gemietheten Locale untergebracht waren, einzurichten.—
Die Brunnenferien dauerten vom 3. bis zum 23. Juli.—
Dr. Weismann, welcher während des Sommersemesters durch eine Halskrankheit verhindert wurde, seine Amtsgeschäfte zu versehen, erhielt zu einer Erholungsreise in südlichere Gegenden von Kurfürstlichem Ministerium des Innern einen über die Brunnen- ferien hinausreichenden dreiwöchigen Urlaub. Demselben wurde späterhin durch höchste Entschliessung ein weiterer Urlaub von drei Wochen gnädigst bewilligt, nach dessen Ab- lauf er zu unserer Freude völlig genesen zurückkehrte, und seine amtliche Thätigkeit wieder beginnen konnte.
Der 20. August wurde als der Geburtstag Sr. Hoheit des Kurprinzen und Mitregenten auf eine seiner hohen Bedeutung angemessene Weise auch vom Gymnasium feierlich begangen. Die Festrede, welche von der Niobidengruppe handelte, hielt Dr. Eysell.
Am 4. September genossen sämmtliche Lehrer mit 43 Schülern in der lutherischen EKirche das heilige Abendmahl.—
Dem Maturitätsexamen unterzogen sich drei Primaner; welche vom 22. bis 26. Au- gust die vorgeschriebenen Conclavarbeiten verfertigten und am 6. September die mündliche Prüfung in der Art bestanden, dass alle drei für reif zum Besuche der Universität erklärt werden konnten.—
Privatexamen war am 19. und 20. September. Daran schloss sich die Valediction der Abiturienten, von denen August Petri„de Graecia omnium litterarum inventrice“ sprach, und Carl Boclo„die günstigen Verhältnisse, welche die Blüthe der deutschen Literatur unter den Hohenstaufen hervorriefen“ schilderte, worauf der Director, nachdem er ihnen in einer kurzen Rede den Zweck des Dniversitätsbesuches an's Herz gelegt hatte, die feierliche Entlassung vollzog.— Alsdann traten die Herbsiferien ein, welche bis zum 8. October dauerten.—.—
Durch höchstes Rescript vom 17. September wurde Dr. Fürstenau provisorisch zum Hülfslehrer des Gymnasiums ernannt.—
Am 10. October nahmen die Ordinarien, wie gewöhnlich, in ihren Classen die von


