50
Tage die zur Univerſität Entlaſſenen feierlich Abſchied nahmen, die im Gymnaſium zurück⸗ bleibenden Schüler mit den neuen Verſetzungen in Klaſſen und Ordnungen bekannt gemacht wurden. Die öffentlichen Klaſſenprüfungen hatten m 26. und 27. März ſtattgefunden.
Sogleich beim Beginn des Sommerhalbjahres afaigir eine Verfügung hohen Miniſteriums des Innern vom 31. März 1859, S 2955 M. Pr., einige Abänderungen im Organismus der Schule betreffend, in Ausführung, wobei jedoch ſelbſtverſtändlich die Eigenthümlichkeit des hieſigen Gymnaſiums, welches in den Mittelklaſſen mit 2, der Tertia und Quarta parallelen, Realſchulklaſſen in Verbindung ſteht, im Auge behalten wurde. Um hier nur einige der neuen Anordnungen zu erwähnen, ſo war feſtgeſetzt, daß der Elementarunterricht des Grie⸗ chiſchen aus der Quinta in die Quarta G. übertragen; der Unterricht im Franzöſiſchen(hin⸗ ſichtlich der Gymnaſialklaſſen) künftig erſt in der Tertia begonnen; der geſammte Unterricht im Lateiniſchen, Deutſchen und, wenn thunlich auch in der Geſchichte in den Klaſſen von Quarta an abwärts in die Hände der Klaſſenordinarien gelegt werden ſolle ꝛc.
Am 7. Juni wurde der ordentliche Gymnaſiallehrer Dr. Hugo Suchier, welcher vom Gymuaſium in Hersfeld an das hieſige war verſetzt worden, in ſeinen neuen Wirkungskreis eingeführt und mit dem Unterricht im Franzöſiſchen und Engliſchen beauftragt, den er auch ſchon vor den Pfingſtferien(vom 11— 16. Juni) begann.
Die Sommerferien dauerten vom 4. bis 25. Juli.
Am 20. Auguſt wurde der höchſt erfreuliche Geburtstag Sr. Königlichen Hoheit des aller⸗ durchlauchtigſten Kurfürſten von den Lehrern und Schülern unter Theilnahme eines zahlreichen Publikums feierlich begangen. Die Feſtrede bielt der Director.
Das heilige Abendmahl feierte das Gymnaſium am 28. Auguſt.
Um Zulaſſung zur Maturitätsprüfung hatten nachgeſucht die Primaner: Wilhelm Vilmar aus Melſungen, Ferdinand Braun aus Caſſel und Wilhelm Oſius aus Hanau. Die ſchriftliche Prüfung fand in den Tagen vom 22— 26. Auguſt, die mündliche am 9. Sep⸗ tember ſtatt..
Den 10. Novenſber, den hundertzährigen Geburtstag des unſterblichen Friedrich von Schiller, ſuchte auch die hieſige Schule würdig zu ehren durch Redevorträge des Dr. Feußner und Dr. Braun und Aufführung einiger Geſangſtücke aus der Glocke.
Nach Beendigung der Weihnachtsferien(vom 24. December bis 4. Januar) meldeten ſich 5 Primaner der Ord. I zur Maturitätsprüfung, und wurden zugelaſſen: Ludwig Buſch aus Marburg, Ludwig Paulus aus Erſen, Carl Lamm aus Caſſel, Heinrich Bode aus Lohrhaupten und Wilhelm Waldſchmidt aus Obervellmar.
Die ſchriftliche Prüfung war auf die Tage vom 27. Februar bis 2. März, die mündliche dagegen auf den 14. März anberaumt. 1


