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auch Vater und Oheim zu Gottes Ehre von ihr gehört haben:„Was ich gethan, war nur ein
Dienſt“ 1⁰3. Übrigens weiß die Geſchichte nichts von den Herzensergießungen und Geſprächen, welche im trauten Kreiſe dieſer ſeltenen Menſchen ſtattgefunden haben, ſie überläßt es demt
Herzen eines jeden, dieſelben zu ahnen. Unſtreitig hat ſich der König mit Johannas Vater
und Oheim perſönlich unterhalten, wenigſtens verſichert der letztere, er habe dem Koͤnig in
Reims Johannas Lebenslauf ſeit dem Abſchied aus dem Elternhauſe bis zur Reiſe nach Chinon
erzählt. Karl zeigte ſich dem Vater ſeiner Retterin dadurch dankbar, daß er ihm 60 Livres
durch die Tochter zuſtellen ließ. Die Stadt Reims bewies dem Vater des Helden⸗
kindes beſondere Aufmerkſamkeit. Sie trug die Koſten ſeiner Bewirtung im Gaſthaus„zum
geſtreiften Eſel“ und ſcheukte ihm überdies ein Pferd für die Rückreiſe. Da dieſe erſt nach
dem 5. September erfolgte, ſo hat Jacob d'Are ohne Zweifel die Verheißung, wo nicht gar die
Urkunde des königlichen Gnadengeſchenkes in die Heimath mitgebracht, welches die Inſaßen
von Domremy und Greux für alle Zeit von jeder Steuer befreite.*) Der Köni⸗ ſagt in dieſem
Steuererlaß, der in Chateau-Thierry am 31. Juli 1429 ansgeſertigt worden iſt: 3 Gunſten und
auf Erſuchen anſerer ſehr geliebten Johanna, der Jungfrau ꝛc. Wir fügen mit Haſe hinzu:
„Das iſt das Einzige geweſen, was s ohannas großes Herz für ſich begehrt hat1 4.“ Nicht lange
genoß ſie die Freude der Wiedervereinigung mit ihrem Vater und Oheim. Donnerſtag(den 21. Juli) brach der König mit der Armee von Reims auf, nachdem er den Neffen des Erz⸗ biſchofs, Anton von Hellande, als Befehlshaber darin zurückgelaßen hatte, und begab ſich nach der ſechs Stunden entfernten Priorei Corbeny, wo der heilige Marculf(Marcoul, Marcon) begraben liegt. Nach uralter Sitte wallfahrteten die Franzöſiſchen Könige an dem Tage nach der Krönung nach der Grabſtätte dieſes heiligen Einſiedlers, der aus dem Königshauſe Frank⸗ reichs entſproßen, durch ſeine chriſtliche Frömmigkeit den Franzöſiſchen Herrſchern die göttliche Gnade erworben haben ſoll, die Kröpfe(écrouelles) durch Berührung mit der Hand und Herſagen geheimer Worte zu heilen. Somit machte dieſe Wallfahrt gleichſam den Beſchluß der ganzen Krönungsfeierlichkeitos.
») Haſe 0. 37:»„Die Nachfolger Karls VII. haben dies gelten laßen, in den Steuerbüchern iſt das Blatt bei Domremy leer gelaßen, an der Stelle der Zahlung ſteht die Jungfrau,“ bis die Revolution auch dieſem Vorrecht und Gedächtniß ein Ende machte.“ Ausführlicher bei C. V, 137.


