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4 (1860)
Entstehung
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Chaten der Zohauna d Arc. 1. Abſchnitt. 17§.4. Fortſetung.

Johanna wartete nicht auf weiteren Zuzug, ſondern erklärte bereits am Dienstag Abend (14. Juni) dem ereg von Alengon:Morgen nach dem Mittagsmahle will ich denen in Meun einen Beſuch abſtatten. Macht Anſtalt, daß die Truppen zu dieſer Stunde marſchfertig ſind. Ihr Befehl wurde pünktlich vollzogen, und Mittwoch(15. Juni) brach die Armee, mit Mundvorrath und Kriegsbedarf reichlich verſehen, von Orleans auf, um auch die beiden weſt⸗ lichen Nachbarfeſten dem Feinde zu entreißenss. Nach einem Marſch von etwa 4 Stunden war Meun erreicht, wo Thomas, Her von Scales, und der junge Warwick den Oberbefehl führten. Ohne Verzug ward die wohl befeſtigte und ſtark beſetzte Brücke angegriffen und mit Sturm genommen. Die Englaͤnder aus der Stadt ſelbſt zu werfen, lag zunächſt nicht im Plane der Jungfrau. Sie begnügte ſich, eine Beſatzung anf die Brücke zu legen, zahlreich genug, um nicht bloß feindlichen Angriffen Stand zu halten, ſondern auch ihrerſeits angriffs⸗ weiſe zu Werke zu gehené:, und führte am Morgen des folgenden Tages(16. Juni) das Heer ungeſäumt gegen die nur zwei Stunden entfernte Stadt Baugenciés. Die Gründe für dieſes Verfahren liegen auf der Hand. Johannas Scharfſinn erkannte, daß der Fall von Baugenci auch das Schickſal der Stadt Meun entſcheiden müße, daß letztere eigentlich ſchon durch die Wegnahme der Brücke unhaltbar gewordens?, und demnach jedes längere Verbleiben nicht viel weniger, als nutzloſe Zeitverſchwendung ſei. Die Zeit aber muſte ſie zu Rathe halten, wollte ſie Baugenci vor Ankunft der Engliſchen Armee bewältigen, welche von Paris im Anzuge war. Der Graf von Sullol und die andern Engliſchen Generale hatten nämlich unmittelbar nach der Niederlage vor Orleans Boten auf Boten nach Paris geſchickt und den Herzog von Bethford auf's dringendſte um Unterſtützung gebeten, weil ohne eine ſolche der Verluſt ſämmt⸗ licher Loireplätze zu befürchten ſtehe. Bethford hatte badiße Hülfe verſprochen. Die Jungfrau erhielt davon Kenntnis, und eben damit war ihr die Au gabe geſtellt, ſich in gröſtmöglichſter Schnelligkeit der Loirefeſtungen zu bemächtigen, um die Entwürfe des Feindes zu vereiteln. Daher die Entſchiedenheit, womit Johanna vor Jarzwan euſfälr Anerbieten eines Waffen⸗ Nahen dis zurückwies, daher der raſche Aufbruch von Orleans(15. Juni), daher die auf den erſten Blick befremdliche Haſt, womit ſie von Meun nach Baugenci eilte. In der That, es war kein Augenblick zu verlieren, denn Falſtolf hatte mit Thomas von Rameſton, dem Baſtard von Thiant und einer Heeresmacht von 4000 bis 5000 Mann bereits Yenville erreicht, als Johanna Orleans verließ1o. Inzwiſchen hatie kalbon Vorausſicht der bevorſtehenden Be⸗ lagerung die Beſatzung von La Ferté⸗Hubert nach Baugenci beordert. Nach dem Eintreffen derſelben übertrug er das Commando von Baugenci, welches er bisher geführt an Richard