Chaten der Johanna»Arc. 1. Abſchnitt.
8 4§ 3. Korrtſſetzung.
Auf zwei Wegen konnte man von Blois nach Orleans gelangen. Der eine führte auf dem rechten Ufer der Loire durch die ſogenannte Beauce*) in die Stadt Orleans, der andere ging auf der Südſeite des Stroms durch die Sologne in die niedergebrannte Vorſtadt von
rleans, und man muſte, da die Brücke durch die Engliſchen Belagerungsburgen geſperrt war, zu Schiffe in die Stadt hinüberfahren. Den erſteren Weg zu nehmen, ſchien den Feldherrn im Einverſtaͤndnis mit dem Grafen Dunois um deswillen ein unausführbares Unternehmen, weil die Engländer mit ihrer Hauptmacht auf der Nordſeite ſtanden und jeden Zugang zur Stadt durch eine Reihe von Werken abgeſchnitten hatten, welche ſich in einem Halbkreiſe von Weſt nach Oſt um Orleans zogen*). Für Johannas glaubensſtarkes Herz gab es ſolche Er⸗ wägungen nicht, der gerade Weg war fuͤr ſie der gewieſene, ging er auch mitten durch Scha⸗ ren und Schanzen der Feinde; ſie beſtand auf dem Marſch durch die Beauce. Verzweifelnd an der Möglichkeit, den Sinn der Jungfrau zu beugen, griffen die Feldherrn zu dem Mittel der Täuſchung und ſchlugen, Johannas Unkenntnis der Oertlichkeiten benutzend, den Weg durch die Sologne einzo. Ha. amit 1
*) Die Orleanais beſtand aus fünf Landſchaften: l'Orléanais propre, le Gatinais-Orléanais, la So- logne, le Blaisois et la Beauce. 4 1 **) Wir nennen die hauptſächlichſten von Weſt nach Nord und von da nach Oſten fortſchreitend. Dicht am rechten Ufer der Loire die Baſtille de Saint-Laurent des Orgerils, dann der Boulevard oder die Redoute de la Croix-Boissée, die Baſtille de Londres oder des douze-Pairs, der Boulevard „oder die Baſtille du Colombier, der Boulevard de la Croix-Morin, die Baſtille Aro oder de Rouen, die Baſtille de Paris oder de Saint-Pouair, zuletzt im Oſten unmittelbar an der Loire die Baſtille de Saint-Loup oder Saint-Laud. Um das Bild der Belagerung zu vollenden, fügen wir die Werke der Südſeite hinzu, ebenfalls von Weſt nach Oſt fortgehend. Dicht am linken Ufer des Flußes der Boulevard de Saint-Privé, ferner die Baſtille des Tournelles auf der Loire⸗ brücke gelegen und mit dem Lande nur durchdeinen ſteinernen Bogen und eine Zugbrücfe ver⸗


