Druckschrift 
1. Teil (1910)
Entstehung
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VIII. Das Internat.

Von den 46 gemeldeten Schülern wurden 30 in die Anstalt aufgenommen, und zwar 14 Schüler der Oberklassen und 16 der Unterklassen der Mittelschule. Darunter gehörten 21 dem Gymnasium und 9 der Realschule an. In die Stelle von 3 ausgetretenen Schülern der VIII. Klasse traten sogleich 3 andere ein. Ausnahmsweise erhielt auch noch ein 31. Schüler für Mai und Juni volle Verpflegung und ein Externer das ganze Jahr die Mittagskost; einem zweiten Externen wurde für Mai und Juni die Mittagskost und einem dritten, und zwar un- entgeltlich, von November bis Juli das Nachtmahl gegeben. Demnach waren eingeschrieben:

34 Interne 3 Externe

zusammen 37 Schüler.

Die volle Gebühr à 40 K zahlten 20 Schüler » halbe à 20» 2 31» 8

Das Internat steht unter der Leitung des Gymnasialprofessors A. Kamner. Im November 1909 legte der Adjunkt Herr Kandidat A. Machat sein Amt nieder. Vorübergehend wurde dasselbe durch Herrn Kandidat Roth und im Dezember endgültig durch Herrn Kandidat Hans Ungar besetzt. Als Hausarzt fungierte Herr Stadtphysikus Dr. Dan. Czekelius. Der Gesundheitszustand der Zöglinge war ein guter.

Im April wurde das Internat vom Herrn Oberdirektor Béla v. Walther und mehrmals des Jahres durch Herrn Stadtpfarrer Dr. Ad. Schullerus inspiziert.

Da die Anstalt erweitert werden soll, so wurde für den Neubau durch die Kirchen- gemeinde auf der Fonnwiese ein geeigneter Grund angekauft.

Chronik.

1. Veränderungen im Stand der Professoren. Dr. Friedrich Schuller, Professor für Geschichte und Geographie am Gymnasium ist uns in den ersten Wochen dieses Schul- jahres durch den Tod entrissen worden. In Kleinscheuern am 18. April 1857 geboren hat er nach Absolvierung unseres Gymnasiums(i. J. 1876) auf den Universitäten Tübingen und Leipzig studiert, im Jahre 1881 die Lehramts- und 1883 die theologische Prüfung abgelegt. Seine Studien erstreckten sich besonders auf das Gebiet der Paläographie und Diplomatik, die er in den Seminaren bei Arndt und Voigt in Leipzig betrieb und in denen er sich in seiner ersten Stellung als Hilfsbeamter des sächsischen Nationalarchives vervollkommnete.

Obwohl er gute Studien und Prüfungen gemacht hatte, gelangte er sehr spät in eine definitive Anstellung. da lange Zeit sich für sein Fach keine Vakanz ergab. Eine in Bielitz ihm angebotene Stelle als Realschulprofessor schlug er aus, um seinem Vaterlande zu dienen und dafür musste er jahrelang als Supplent an den verschiedenen Lehranstalten sich verwenden lassen, immer bereit, bald an der Mädchenschule, bald am Gymnasium oder der Realschule eine Lehrkraft zu vertreten.

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