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Etwa ein Dritteil der zum Turnen bestimmten Zeit wurde im Sommer zum Spielen ver- wandt; im Winter wurde weniger gespielt. Die Spiele fanden im Sommer auf dem Turnplatze, im Winter meist in der Turnhalle statt. Bei günstiger Gelegenheit wurden die Schüler statt zum Turnen von ihren Lehrern zum Schlittschuhlaufen auf einer in der Nähe der Anstalt gelegenen Eis- bahn geführt.
An der Anstalt besteht eine Vereinigung von Schülern zum Zwecke des Fussballspieles; diese spielte an den schulfreien Nachmittagen in der günstigen Jahreszeit auf dem vor der Stadt gelegenen Exercierplatze..
Mit den einzelnen Abteilungen wurden folgende Ubungen vorgenommen: Sexta und Quinta:
Einfache Frei- und Ordnungsübungen, Springübungen, UÜbungen am Klettergerüst und an den wagrechten Leitern. Leichtere Übungen am Reck und am Bock. Quarta und Untertertia: Wiederholung der Frei- und Ordnungsübungen der Unterstufe mit Erweiterungen, UÜbungen im Reihen. Springübungen am Sprunggestell, am Bock und Pferd. Ubungen am Klettergerüst und an den wagrechten Leitern; leichtere Hang- und Schwungübungen am Reck,; einfache Schwung- und Stützübungen am Barren.— Obertertia und Untersekunda: Schwierigere Ordnungsübungen; Freiübungen mit Handgeräten, insbesondere in Verbindung mit Ausfallstellungen, Sprungübungen am Sprunggestell, an Bock und Pferd; leichtere UÜbungen aus Stand und Stütz am Pferd; Ubungen an dem Klettergerüste. Am Reck: Auf- und Umschwünge, Unterschwung, Schwungübungen im Beugehange. Am Barren: Armbeugen im Querliegestütze vorlings, Beinheben, Stützeln, Stützhüpfen, Schwingen im Streckstütz, Sitzwechsel mit Schwingen im Knickstütz.— Obersekunda und Prima: Wieder- holung wichtigerer Ordnungsübungen: schwierigere Freiübungen mit Handgeräten, Sprungübungen an den Sprunggeräten wie vorher, mit stets steigender Schwierigkeit; Stabhochspringen, UÜbungen am Klettergerüst, an den Schaukelringen. Am Pferde: Kreisspreizen im Seitstütz vorlings, Uber- hocken eines Beines und beider Beine, Flankenschwung aus Stütz, Rad, Schraubenrad, Flanken- schwung rückwärts, Schere seitwärts, Finte. Am Reck: Knickstütz mit Schwungstemmen, Kippen, „Obersprünge und Überschwünge, Schwingen im Streckhange mit Anfügungen, Aufziehen, Auf- stemmen, Aufschwingen aus dem Streckhange, Schwungkippen. Am Barren: Seitensprünge, Kippen, Aufstemmen, Schwingen im Knieckstütz, Spreizübungen, Armwippen beim Vorschwung, Grätschen über ein Holmende, Kehrschwung am Barrenende, Rückschwung mit Armwippen, Schulterstand, Rolle, Wage, schwunglose Ubungen mit Armbeugen und Beinheben.
Gesang. 6 St. w. 1. und 2. Abt.(gemischter Chor): Einübung einer grösseren Anzahl von Chorgesängen aus dem Liederschatz für höhere Schulen von Günther und Noack, beide Abt. je 2 St. w. 3. Abt. 2 St. w. Stimm- und Treffübungen. Notenlesen. Die leichteren Dur-Ton- leitern. Choräle, Volks- und Vaterlandslieder.(Henkel.)
Zeichnen für die Klassen Prima, Obersekunda und Untersekunda. 2 St. w. Erweitertes Umrisszeichnen nach plastischen Ornamenten auch unter Wiedergabe der Licht- und Schatten- wirkung mit Bleistift, Kreide und Wasserfarbe, sowie Zeichnen von Gesichtsteilen, Händen, Füssen und Köpfen nach Gipsmodellen. Es beteiligten sich an diesem Unterricht im Sommer und Winter 12 Schüler.(Jassoy).
Schwimmen und Baden. Von den 197 Schülern der Anstalt waren 127 Freischwimmer, davon erlernten das Schwimmen im verflossenen Schuljahre 14. Die Kaiser'sche Badeanstalt, welche vom Gymnasium subventioniert ist, besuchten von unsern Schülern im vergangenen Sommer 96, andere hiesige Schwimm- und Badeanstalten 39, zusammen also 135.
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