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1. Th. (1879)
Entstehung
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zufällig, ohne es vielleicht zu wollen, das richtige getroffen hat. Etwaige Bedenken hoffe ich durch den letzten Theil meiner Arbeit beseitigen zu können, dessen Ergebnis in wenig Worten dahin geht, daſs sich bei keinem Schriftsteller bis zum Ende des fünften Jahrhunderts die Be- nutzung eines geschriebenen Eæemplares von Herodot nachweisen läſst. Ich verhehle mir aller- dings nicht, daſs sich z. B. die angebliche Benutzung Herodots durch Thukydides in der Vorstellung der gelehrten Welt so fest gewurzelt zu haben scheint, daſs es nicht ohne Mühe gelingen wird, dieselbe zu beseitigen. Ich mufs indessen Bauer gestehen, dals die Aufzählung von Stellen, die er in den Sitzungsber. der Wiener Akad. der Wiss. 1878, S. 392 394 schon von vornherein gegen mich anführt, auf mich keinen abschreckenden Eindruck gemacht hat, da sie mir alle bekannt waren und zudem die wichtigsten schon von andern entkräftet worden sind. Doch ich hoffe um so cher, ihn für meine Ueberzeugung gewinnen zu können, als wir ja sonst in so vielen und wichtigen Punkten vollständig übereinstimmen.

Berichtigungen und Nachträge.

S. 2, Z. 5 v. o. lies anstatt eigentliehe eigentliche.

8, 13 unterbringen unterzubringen

13, 17 Theil Theile.

3, 2 in der Anm. 9 lies anstatt Herodot Herodote.

6, 7 19 Entwickelungen Verwickelungen.

15, 10 17 ist sich zu streichen.

Zu Anmerkung 24. Erst während des Druckes bin ich in den Besitz des kaum noch zu erlangenden Programms von Nitasch gekommen, Ich finde jedoch, daſs er nicht eine förmlichepublication, sondern nur Vorlesungen einzelner Theile vor der Vereinigung in einen Körper, annimmt, worin man ihm vollständig zustimmen kann. Die Anmer- kung von Bauer E. S. 11, aus der allein mir seither die Kenntnis der Auffassung Nitzschs kam, enthält somit etwas ungenaues. Den Satz I, 193 x 6 Antarat, den Nitzsch S. 1 noch als Beweis für stattgefundene Vorlesungen anmerkt, kann man übrigens, wie das auch in den übrigen Fällen möglich und zu empfehlen ist, mit auf gesprächsweise erhobene Zweifel beziehen.

Ein Eingehen auf die Dissertation von HachezDe Herodoti itineribus et scriptis. Gött. 1878 war mir wegen Mangels an Raum hier nicht möglich. Einzelne Bemerkungen von ihm finden indes oben ihre stillschweigende Wider- legung. Alle seine, manchmal recht verwunderlichen, Ansichten zu berücksichtigen, ist aber, wie ich glaube, nicht nöthig, da man ein so gläubiges Festhalten an der Ueberlieferung, wie es bei ihm zu Tage tritt, doch wohl für einen überwundenen Standpunkt halten darf.