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1. Th. (1879)
Entstehung
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nnd wider die Echtheit derselben gestritten worden sein. Daſs dies überhaupt noch möglich war, braucht uns nicht zu wundern: die damaligen Griechen hatten weder sich noch die Bar- baren zum Gegenstand eines so eingehenden Studiums gemacht, daſs sie, was uns heute so leicht fällt, das Eigenthümliche ihrer Denkweise in jenen Reden unbedingt wiedererkennen muſsten. Wenn Herodot sich somit denjenigen anschlols, welche an ihre Echtheit glaubten, so folgte er damit der Mehrheit, was er indirect auch selbst sagt. So nur läſst sich, wie mir scheint, erklären, weshalb er keine Quellen angiebt, und warum er die Widersacher nicht näher bezeichnen kann, als mit jenen allgemeinen Ausdrücken ²7). Andere Stellen, die man viel- leicht benutzen könnte, um eine zweite Ausgabe Zzu erweisen, sind: II, 18: Maorvose⸗ xij rvn dre rotau ri 1 Alrumros 2 ruv ν⁶ dmodeizvueed 1ꝙᷣ 16)% zld r0 Auααos XOο οοο τlvᷣαμεᷣ d r is asoνrod pvduα doreο⸗νν πεο Alyuerroν eν6⁶,ſv. Wenn dies sich auf Widerspruch bezieht, so kann derselbe ganz gut nach einer Vor- lesung Herodots sich gelten gemacht haben. Besser jedoch, glaube ich, führt man diese Aeuſse- rung auf ein leicht erklärliches Selbstgefühl zurück, das Herodot anwandelte, als er eine Be- stätigung seiner persönlichen Ansicht fand. VII, 139 heiſst es: à ννιραινι εα dayzain éSeοα‿ rpduue deodeεεεοςσσ ⁸ρνονοο εϊινπιοοες ανναεκνον dνν˙εοσισν, 3αυο Ti ys εαον ρσsνeᷣrat duν† 9 odν 2ιοeσαm⁴μχ Hier braucht man noch nicht einmal Herodots Vorlesungen herbeizuziehen. Das, was er hier erzählt, war schon vor ihm bekannt, und er entschuldigt sich nur, weil er einer Darstellung den Vorzug giebt, von der er wulste, daſs sie vielen seiner Zeitgenossen un- bequem war. Wenn er endlich VII, 148. 150 und 152 etwas abschwächt, was er VIII, 73 und IX, 12 über die Argiver erzählt, wäre es ebenfalls verkehrt, hierin Spuren einer verbesserten zweiten Ausgabe wahrnehmen zu wollen. Es wäre dann doch unter allen Umständen einfacher gewesen, die Darstellung an den späteren Stellen abzuändern. Auch bei dieser Gelegen- heit lälst sich aber die Vermuthung nicht abweisen, die Worte im 7. Buch seien erst nachträg- lich zugesetzt, und wir hätten hierin eine weitere thatsächliche Bestätigung der Nachbesserung, die der Verfasser seinem Werke gelegentlich zu Theil werden lieſs.

Die zweite von der meinigen verschiedene Ansicht ist diejenige Kirchhoffs. Er stellt die Be- hauptung auf, daſs Buch IIII, 119 in Athen annähernd um die Jahre 445 443 niedergeschrie- ben und in einer oder der anderen Form vor 443 publicirt ²s) worden seien. Die Uebersiedelung

²¹) Man könnte, wenn man das Vorhandensein einer deutlichen Beziehung auf Perikles' Machtbefugnis zugiebt, dahin gelangen, aus dieser Stelle eine nicht allzufrühe Abfassung des betreffenden Abschnittes des Herodotischen Werkes zu folgern. Man wird nemlich zugestehen müssen, erst dann habe die Stellung des Perikles zur Vorlage beim Entwurfe einer Verfassung gemacht werden können, als er in Wahrheit der alleinige Vorsteher des athenischen Staates war. Da dies aber erst nach 445 der Fall ist, und da ferner gewils einige Zeit dazu gehörte, um den ten- denziösen Ursprung jenes Discurses einigermaſsen unkenntlich werden zu lassen, so würde zum mindesten die Partie, welche die Verschwörung gegen die Magier behandelt, einige Jahre nach 445 geschrieben sein müssen. Ich will aber hierauf keinen Werth legen. Ich habe mir nie verhehlt, ein wie aussichtsloses Unterfangen es in fast allen Fällen ist, für einzelne Abschnitte aus Herodot ein bestimmtes Jahr als Abfassungszeit ermitteln zu wollen.

²8) Daſs Kirchhoff nicht bloſs an eine Vorlesung Herodots, sondern auch an Verbreitung seines Werkes durch die Schrift gedacht hat, deutet er selbst an:Glaublicher ist es, dals Herodot..... die ausgearbeiteten Theile seines Werkes durch öffentliche Vorträge einem gröſseren Publicum zugünglich gemacht hat, ehe er sie der Verviel- Fältigung und Verbreitung durch die Schrift übergab(S. 12). Unbedingt acceptirt von R. NieberdingSophokles und Herodot Programm des Gymnasiums von Neustadt 0/S. 1875, S. 11, der von dem Einflusse, den die Lectüúre des Herodotischen Werkes auf Sophokles ausgeübt habe, spricht. Zudem scheint es, dals man die Aufstellungen Kirch- hoff's sich nicht gut denken könne, wenn man nicht die Annahme bei ihm voraussetzt, die ersten 2 ½ Bücher seien nach ihrer Herausgabe zu Athen von Herodot niemals wieder in die Hand genommen worden.