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1. Th. (1879)
Entstehung
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Nachregulirung erfolgen. Um der heißen Luft ſtets die genügende Menge Feuchtigkeit zuzuführen ſind in jeder Heizkammer 2 Waſſerverdunſtungs⸗Pfannen aufgeſtellt, die durch eine eigene Waſſerleitung geſpeiſt werden. Die Ventilationseinrichtungen erweiſen ſich ſehr wirkſam; die Erneuerung der Luft geht beſtändig in ſehr intenſiver Weiſe vor ſich; irgend welcher Geruch iſt in den Zimmern nicht wahrzunehmen, obgleich die Fenſter im Winter geſchloſſen bleiben. Gewöhnliche Oefen ſtehen in der Pedellenwohnung und in den Arbeitszimmern der Lehrer.

Die Vorrichtungen zur Aufbewahrung der Kleider und Schirme der Schüler ſind meiſt in den Corridoren.

Die Fenſter, deren Geſammtfläche ungefähr den 6. Theil der Fußbodenfläche ausmacht, ſind 0,85 m über dem Fußboden und haben eine Höhe von 2,40 m, eine Breite von 1,30 m. Sie brauchen der Ventilation wegen nicht geöffnet zu werden; doch befindet ſich an jedem Fenſter eine in einem Charniere laufende Scheibe(die oberſte), welche mittels einer ſehr einfachen Vorrichtung leicht geöffnet und in ver⸗ ſchiedenen Lagen feſtgeſtellt werden kann.

Für Phyſik, beſchreibende Naturwiſſenſchaften und Zeichnen ſind beſondere Unterrichts⸗ und Samm⸗ lungsräume vorhanden, ebenſo für die Bibliothek. Der naturwiſſenſchaftliche Lehrſaal beſizt eine Vor⸗ richtung zum Verfinſtern.

Das Veſtibül in jedem Stockwerke hat eine dreiarmige Treppe von rothem Sandſtein, deren mitt⸗ lerer Arm 3 m. deren ſeitliche Arme 2 m breit ſind. Die Treppenpodeſte ſind mit Mettlacher Moſaik⸗ platten belegt. Die Beleuchtung des Treppenhauſes und der Veſtibüle der Stockwerke erfolgt durch je 3 Fenſter, von denen die oberen rundbogig, 3,06 m hoch und mit matt geſchliffenem Glaſe verſehen ſind. Treppenhaus und Aula ſind mit Stuckgeſimſen geſchmückt und werden im Laufe des Sommers noch ausge⸗ malt werden.

An der Hauptfronte im Mittelbau befindet ſich das von einem Frontiſpiz überdeckte Hauptportal 1,80 m breit, nach dem Hofe führen 2 Thüren von 1,30 und 0,90 m Breite.

Die Corridore ſind hell, durch innere Thüren gegen Zug geſchüzt und durch die Heizung angenehm temperirt. Sie haben eine Breite von 3 m.

Das Dach iſt mit Schiefer gedeckt und trägt 2 Blizableiter ſowie 2 Ventilationsthürmchen für die verdorbene und unbrauchbare Luft..

Die Aborte ſind hell und ſehr wirkſam ventilirt; der Bewurf iſt ein rauher Sprizbewurf, der Fußboden durchgehends aus Asphalt hergeſtellt.

Die Subſellien ſind 2ſizig und für ſämmtliche Gruppen 110 cm lang; ſie wurden nach dem von Varrentrapp empfohlenen Syſteme von der Firma Spohr und Krämer in Frankfurt a. M. hergeſtellt. Dieſelben beſtehen aus zwei gußeiſernen Ständern, welche auf dem Fußboden feſtgeſchraubt ſind und mit denen mittels ſtarker Bolzen gußeiſerne Stüzen für die Siz⸗ und Tiſchplatten derart verbunden ſind, daß dieſelben umgeklappt werden können, ſo daß der Fußboden beim Reinigen des Locals leicht zugänglich iſt. Size und Rücklehnen ſind der Körperform entſprechend geſchweift und gleich den Bücherbrettern von Tannenholz gefertigt. Die Schreibzeugleiſte, welche zwiſchen den Ständern feſtſizt, enthält die Tinten⸗ fäſſer. Die einzelnen Maße ſind folgende: