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5. Tertia a. und Tertiab.
In Tertia a. war Ordinarius der Gymnaſiallehrer Janske mit 12 Stunden, in Tertia b. der Oberlehrer Kabath mit 14 Stunden wöchentlich.
a) Sprachen.
1. Deutſch in jeder Abtheilung 3 Stunden, bei dem reſp. Ordinarius. Es wurden die deutſchen Aufſätze, zu denen der Stoff faſt immer aus der Lectüre entnommen war, nachdem ſie vom Lehrer zu Hauſe corrigirt worden waren, mündlich beſprochen; außerdem poetiſche und proſaiſche Stücke aus Bach's Leſebuche für Tertia theils geleſen, theils auswendig gelernt und declamirt, nach vorangegangener alſeitiger Erklärung.
2. Latein in jeder Abtheilung 9 Stunden, wovon 3 der Grammatik und deren Einübung, 3 der Leſung des Proſaikers, 3 der Dichterlectüre beſtimmt waren. Die Stil⸗ und Proſaikerſtunden waren in den Händen des jedesmaligen Ordinarius, die Dichterlectüre in Tertia a. hatte im Winterſemeſter der Candidat Dr. Steiner, im Sommerſemeſter der Candidat Eichner, beides Mitglieder des pädagogiſchen Seminars, in Tertia b. das ganze Jahr der Hilfslehrer Hägele un⸗ ter ſich. Die Grammatik wurde nach Blume's Schulgrammatik erklärt und zwar die Syntax voll⸗ endet, die Regeln eingeübt an Beiſpielen aus Auguſt's Leſebuche, womit Uebungen über die Loci memoriales nach Ruthardt Hand in Hand gingen. Im Proſaiker wurde Jul. Caes. de bello civili, in Tertia a. Buch 3 K. 50 bis zu Ende, in Tertia b. Buch 2 und 3 Kap. 1— 16 gele⸗ ſen und erklärt. Im Dichter wurde in Tertia a. geleſen vor Oſtern bei Dr. Steiner Ovid. Met. I. 1— 451; nach Oſtern bei Candidat Eichner II. 1— 400; in Tertia b. bei Hilfslehrer Hägele aus Friedemanns Chreſtomathie Virg. Aen. I. 46— 157; Ovid. Met. VI. 152— 303; X. 1— 62; XI. 410— 743; in beiden Klaſſen wurde die dritte Stunde zu metriſchen Uebungen verwendet.
3. Griechiſch in 5 Stunden wöchentlich, in Tertia a. bis Oſtern bei dem Candidaten Dr. Steiner, nach Oſtern bei dem Candidaten Eichner, in Tertia b. bei dem Oberlehrer Kabath. In drei Stunden wurde in beiden Klaſſen die Grammatik nach Kühner erklärt, insbeſondre, nach Wiederholung der Conjugation der Verba muta, liquida und pura die Verba auf 1⁴ und die
unregelmäßigen, auch einiges aus der Syntax, alles eingeübt an den Beiſpielen in Kühners Gram⸗ matik; in zwei Stunden wurden einige Kapitel aus Xen. Anab. geleſen, in Tertia b. auch, nach vorausgeſchickter Einleitung über homeriſche Sprache und Versbau, ein kleines Stück aus der Odyſſee.
4. Franzöſiſch in 3 Stunden wöchentlich in jeder der beiden Klaſſen, in beiden bei dem franzöſiſchen Sprachlehrer Scholzz nach Wiederholung der regelmäßigen Conjugation die Lehre von den Bei⸗ Zahl⸗ und Fürwörtern, dem Paſſiv und den reflexiven Zeitwörtern, endlich die unregel⸗ mäßigen der erſten drei Conjugationen, nach Hirzels Grammatik; ſchriftliche Uebungen; Memoriren von Geſprächen aus Ahns Handbuche; Ueberſetzung mehrerer Stücke aus deſſen Leſebuche.
b) Wiſſenſchaften.
1. Religion in 2 Stunden wöchentlich, worin beide Abtheikungen combinirt waren, die Pflichtenltehre nach dem Münchner Unterrichtsbuche und zwar die Pflichten in beſondern Ständen;


